"Tomaten, Zucchini, Karotten, Salat, Erdbeeren und Heidelbeeren wachsen dort genau so wie Rosen, Astern, Osterglocken und Küchenschellen", erzählt Brust. Auch ein Insektenhotel hat sie in ihrem Garten eingerichtet.
Heidi Brust war eine von vielen Besuchern, die sich zum 60. "Tag des Baumes" des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege einfanden. Hierbei wurde am Schwärzelbacher Dorfplatz in der Lindenstraße feierlich eine Winterlinde gepflanzt. "Dass an der Stelle der gefällten Linde jetzt ein neuer Baum gepflanzt wird, finde ich ganz toll", freute sich Heidi Brust, und ihre Freundin Heidi Vogler stimmte zu.
Zusammen mit Werner Beck, Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins, griff Landrat Thomas Bold zum Spaten. Die musikalische Umrahmung übernahm der örtliche Musikverein unter Leitung von Theo Busch, die Mädchen und Jungen der Kita St. Mauritius sangen fröhliche Lieder. Pfarrer Paul Kowol und Pfarrvikar Murphy-Sebastian Anthonyraj segneten das junge Bäumchen.
Kreisvorsitzende Irmgard Heinrich lud die Kinder ein, mit ihr zusammen das Erdreich rund um den neuen Baum zu gießen und meinte: "Dieser junge Baum hat euer Alter. Seht wie er wächst!" Bold freute sich, dass die Lindenbaumtradition am angestammten Ort fortgesetzt wird. Der frostsichere und windfeste Halbschattenbaum erreicht später einmal eine Höhe von sieben bis neun Metern.

52 000 Hektar Wald


"In unserem Landkreis Bad Kissingen mit 52 000 Hektar Wald hat der Baum eine besondere Bedeutung", betonte der Landrat. Er wies darauf hin, dass vom Wirtschaftsfaktor Holz rund 20 000 Arbeitsplätze abhängen. "Eine Linde gehört wieder ins Dorf, zumal sie hier der Namensgeber der Straße ist", meinte Werner Beck. "Jetzt haben wir wieder einen Anziehungspunkt nach alter Tradition", freute er sich.
Aus Sicherheitsgründen habe vor zwei Jahren die alte, morsche Linde gefällt werden müssen, erklärte Bürgermeister Jürgen Karle. "Ich freue mich, dass wir jetzt wieder einen Lindenbaum als Treffpunkt für die gemeinsame Kommunikation haben", brachte Karle alte Zeiten in Erinnerung. Schon vor vielen Jahrhunderten trafen sich die Menschen unter solchen Linden und hielten dort auch Gericht. Karles besonderer Dank ging an den rührigen Obst- und Gartenbauverein Schwärzelbach für den steten Einsatz zur Dorfverschönerung.

Uralter Bezugspunkt


"Wo wir uns finden wohl unter Linden", zitierte Bezirksrätin Adelheid Zimmermann klassisches Liedgut und wies auf die Bedeutung des Baumes als uralten Bezugspunkt in der deutschen Tradition hin. Grüße entrichtete auch der Bund Naturschutz. Kreisvorsitzender Ulf Zeidler hob die symbolische Bedeutung des herzförmigen Lindenblattes für Bayern hervor. "An dieser Linde kann man sich in Harmonie nicht nur mit dem Gartenbauverein zusammenfinden", so Zeidler.

Gute Wünsche auf Papier


Die Kinder hatten ihre guten Wünsche für den neuen Lindenbaum auf lindenförmige Papierblätter gemalt, die sie aufgereiht wie eine Perlenschnur um ihn herum banden. An die Zuschauer verteilten sie junge Lavendelpflanzen.