"Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch", war Ruser trotzdem froh, diesen Saal jetzt übergeben zu können. Dass die Umbauzeit so lange dauerte, habe an der allgemeinen Überbelastung des Handwerks gelegen. Aus drei ehemaligen Räumen im ersten Geschoss, nämlich dem Bürgermeisterbüro sowie dem Zimmer des Geschäftsführers und der Kämmerei, wurde ein optisch attraktiver Saal, der Weitblick bietet.
Die helle Farbgebung und die gradlinige Optik des Versammlungsraumes entsprechen dem aktuellen innenarchitektonischen Zeitgeschmack. Als recht nützlich erwies sich schon in der ersten Sitzung die akustische Spezialdecke. Egal wo gesprochen wurde, konnte man es überall gut verstehen. Auch den geräuschdämmenden Venyl-Fußboden empfanden die Ratsmitglieder als angenehm. Die handwerklich auf Maß angefertigten Tische beherrschen das Gesamtbild im neuen Saal. "Dies alles ist eine tolle Leistung der heimischen Wirtschaft", kommentierte Ruser. Die Räte spendeten erfreut Applaus.
Im Anschluss standen die Neuordnungen von Hausnummerierungen in verschiedenen Ortsteilen zur Diskussion. Egal ob es sich um die Stichstraße zur Hauptstraße in Wartmannsroth (Richtung Kindergarten), um die Neue Straße in Waizenbach oder um die Konfrontation der Reußenhain- und Ludwig-Koberstein-Straße in Völkersleier handelte: In allen Fällen war die scheinbar wilde Anordnung der Hausnummern für Außenstehende schwer nachvollziehbar, wenn zum Beispiel die Nummer 16 direkt neben der Nummer 30 liegt oder zwischen der Hausnummer 1 und 1a etliche hundert Meter liegen.
"Lieferanten und Besucher können sich da nicht auf ihr Navigationsgerät verlassen und Notärzte irren wertvolle Zeit beim Suchen herum", meinte Karle. Jetzt soll die Verwaltung eine sinnvolle Anordnung der Hausnummern vorbereiten. Freilich sollen zuvor auch die Anwohner dazu angehört werden, deutete Karle eine Versammlung an. Außerdem soll den Betroffenen genügend Zeit für die Umstellung (etwa bis 2014) geben werden. Die Räte stimmten dem Vorhaben zu.
Grünes Licht gab das Gremium auch einem neuen Ausbau von Waldwegen in den Waizenbacher Waldabteilungen Geißhecke und Besenstiel. War auch in einer vergangenen Sitzung über eine Billiglösung nachgedacht worden, so entschieden sich die Räte jetzt angesichts zu erwartender Fördergelder für einen von Grund auf soliden Ausbau der Wege. "Eine gute Erschließung macht sich bei den Rückearbeiten bezahlt", setzte sich Karle für die Investition ein.
Abgeschlossen seien die internen Gespräche mit den betroffenen Grundstückseignern in Sachen Windkraft-Standorte, bestätigte Karle. Verschiedene Verträge mit der BBV-Landsiedlung des Bayerischen Bauernverbandes seien schon abgeschlossen. Im Wesentlichen konzentriere sich das Projekt auf den Bereich zwischen dem gemeindlichen Trinkwasser-Hochbehälter und dem Dreimärker-Kreuz von Wartmannsroth, Schwärzelbach und Völkersleier. "Jetzt erwarten wir die naturschutzrechtliche Begutachtung", so Karle. Denn immer noch könnten Populationen geschützter Vögel dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.
Weil das von Michael Häusler und Monika Schmelz geplante Wohnhaus im Außenbereich von Wartmannsroth liegt, machten die Räte ihre Zustimmung von einem Erschließungsvertrag abhängig. Außerdem gingen sie der grundsätzlichen Frage nach, ob die Wasseruhr im Keller des neuen Hauses oder bereits an der Grundstücksgrenze in einem Schacht zu installieren sei. Laut Satzung ist Letzteres in Außenbereichen der Fall. Dem schlossen sich die Räte an.
Für ihren Anbau mit Dachgauben an das bestehende Wohnhaus erhielten Stefan und Sandra Selbert aus Völkersleier grünes Licht. Im gleichen Ortsteil will Günter Morper ein Carport errichten, zu dessen Überschreitungen der Bauvorgaben hinsichtlich Baulinie und Dachneigung es jetzt trotzdem die Zustimmung gab. Auch für die Bauvoranfrage von Hubert Roth aus Windheim für den Anbau einer neuen landwirtschaftlichen Halle gab es das Okay der Räte.