Zuhören zu können, ist der halbe Erfolg. Diese Erkenntnis erfahrener Marketing-Strategen wollen die Verantwortlichen für Schloss Aschach künftig noch mehr für ihre Museumsarbeit nutzen. Wie Museumsleiterin Josefine Glöckner vor dem Kulturausschuss des Bezirkstags von Unterfranken erläuterte, sollen Besucherstatistiken und Besucherbefragungen zu einem "fortlaufenden Projekt" werden. An der Zufriedenheit der Besucherinnen und Besucher lasse sich am besten erkennen, "ob wir auf dem richtigen Weg sind, oder ob wir nachbessern müssen", so die Museumsexpertin.

Mehr Besucher anziehen

Seit der Wiedereröffnung des Graf-Luxburg-Museums im vergangenen Juli ist die Anlage auf dem modernsten Stand der Museumspräsentation, aber aufgrund der Corona-Pandemie blieben die Besucherzahlen bislang hinter den Erwartungen zurück: knapp 5000 Kulturinteressierte fanden 2020 den Weg nach Schloss Aschach, das nach Expertenmeinung zu den schönsten Baudenkmälern Unterfrankens zählt.

Wie Glöckner weiter ausführte, solle die Besucherbefragung elektronisch und mittels sogenannter Terminals durchgeführt werden. Natürlich würden auch persönliche Eindrücke und eigene Erfahrungen im Kontakt mit Besucherinnen und Besuchern in die Auswertung der Befragungen einfließen, so die Museums-Leiterin. Parallel dazu werde man die Werbetrommel kräftig rühren. Vor allem im "Drei-Länder-Eck", bestehend aus dem östlichen Unterfranken, Ost-Hessen und Süd-Thüringen, wolle man auf die Attraktivität von Schloss Aschach aufmerksam machen. Das Ziel der nächsten Jahre sei es, mehr Besucher und neue Ziel-Gruppen zu gewinnen - und den Bekanntheitsgrad unter Fachleuten zu vergrößern.

In diesem Zusammenhang berichtete Glöckner von zahlreichen Netzwerken wie dem "Museumverband Rhön-Saale", "Kunst im historischen Denkmal" und der Aktion "Museen inklusive". Mit diesen übergreifenden Kooperationen steigere man die Bedeutung des Schlosses im Landkreis Bad Kissingen.

Schloss Aschach geht auf eine mittelalterliche Burg zurück, die von den Grafen von Henneberg im 12. Jahrhundert errichtetet worden war. Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage mehrfach zerstört und von den Würzburger Fürstbischöfen wiederaufgebaut, die den Bau als Jagdschloss und Verwaltungssitz nutzten. 1874 kaufte die gräfliche Familie von Luxburg das Schloss als Sommerresidenz.

1955 kam es mit seiner kompletten Ausstattung und den wertvollen Sammlungen als Schenkung in das Eigentum des Bezirk Unterfranken. mm