Der Bahnhof Ebenhausen, Umsteigebahnhof für Bad Kissingen, macht samt seiner Umgebung einen heruntergekommenen Eindruck. Das gilt besonders für die Unterführung, die einem dunklen Loch gleicht. Statiker und Baufachleute der Bahn empfehlen schon seit Jahren, die alte Unterführung zu ersetzen. Wie ein Sprecher der Bahn im März dieses Jahres betonte, sind für den Bahnhof Ebenhausen eine neue Unterführung und neue Bahnsteigdächer geplant. Allerdings "mittelfristig", das heißt laut Bahnsprecher nicht vor 2015.

Ob der Umsteigebahnhof dann behindertengerecht ausgebaut wird, steht noch in den Sternen. Diese Frage konnte auch die Bahn-Pressestelle in München nicht beantworten. Nur so viel: Derzeit fänden Gespräche statt, die sich allerdings bis in den Sommer hinziehen dürften. Klar ist allerdings schon jetzt, dass die künftige Unterführung an anderer Stelle liegen wird, nämlich etwa in der Mitte zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem ehemaligen Güterschuppen. Genau dort nämlich fanden die Probebohrungen westlich und östlich der Gleise statt.

Die Deutsche Bahn hatte die Arbeiten an das Bohrunternehmen Krahl aus Kaiserslautern vergeben. Die Bohrungen, die bis in 15 Meter Tiefe führten, sollen Aufschluss über die Standfestigkeit des Untergrunds geben. Von den Bohrkernen wurden Proben genommen, die für Druckversuche an ein Labor geschickt wurden.
Der Standort der künftigen Unterführung würde es ermöglichen, das immer maroder werdende Bahnhofsgebäude, das die Bahn vor einigen Jahren an ein Immobilienunternehmen verkauft hat, nicht mehr in die Anlage mit einzubeziehen. Außerdem wäre es zumindest denkbar, im künftigen Unterführungsbereich eine ordentliche Park & Ride-Anlage zu errichten. Der baufällige Güterschuppen dürfte im Zuge der Bauarbeiten abgebrochen werden.