Es ist einlebenslanges Ehrenamt und erlischt erst mit dem Tod. Weil mehrere aktive Feldgeschworene, die im Stadtgebiet von Münnerstadt tätig waren, in den letzten Jahren verstorben sind, wurden einige Feldgeschworene neu benannt. Damit diese ihr Amt aufnehmen können, müssen sie vereidigt werden. Das war ursprünglich im Rahmen der Feldgeschworenentagung geplant, die alle zwei Jahre stattfindet. Wegen Corona wurde das Treffen im Jahr 2020 zweimal verschoben und heuer abgesagt. So erfolgte die Vereidigung der Münnerstädter Feldgeschworenen nun im Rahmen eines eigenen Treffens in der Alten Aula. Die Vereidigung nahm Bürgermeister Michael Kastl vor.

Manuel Pfeuffer (Althausen), Leo Pfennig (Großwenkheim), Bernhard Denner und Roland Ziegler (beide Kleinwenkheim) haben sich bereit erklärt, das lebenslange Amt auszuführen. Zur Vereidigung kamen auch die Obmänner Matthias Beck (Althausen). Arno Schlembach (Großwenkheim) und Günther Erhart (Kleinwenkheim).

Die Tätigkeit der Feldgeschworenen besteht zu 90 Prozent aus Vermessungen, sagte Kreisobmann Josef Reichert. Diese müssen aus von zwei Personen durchgeführt werden. Beliebt seien auch die Grenzgänge für die Jagdgenossen.Es habe einen Grenzgang der Maßbacher Feuerwehr mit der örtlichen Jugend gegeben. "Damit die auch wissen, wo sie hingehören", meinte Josef Reichert. Und diese Grenzgänge können es in sich haben. Ein Grenzgang der Feldgeschworenen um Seubrigshausen ist 22 Kilometer lang.

"Durch Corona ist alles ein bisschen schwierig", sagte Bürgermeister Michael Kastl mit Verweis auf die verschobenen Termine. "Eine Vereidigung ist aber erforderlich, damit die Feldgeschworenen ihren Dienst antreten können." Die Feldgeschworenen müssen selbst darauf achten, dass neue gefunden werden, sagte er. Das war ja auch in den Fällen gelungen.

Dann legten die neuen Feldgeschworenen die Eidesformel ab und unterschrieben eine Niederschrift. Von der Stadt bekamen sie das Buch "Der Feldgeschworene" und eine Warnweste. Damit war der offizielle Teil beendet.

Josef Reichert erinnerte daran, das die Kreisvereinigung Ost im Jahr 1925 in Münnerstadt gegründet wurde, in vier Jahren wird sie 100 Jahre alt. Heute sei die Fortbildung sehr wichtig, um bessere Einblicke zu bekommen. Denn der Datenschutz hat für die Feldgeschworenen Nachteile. Sie haben keinen Einblick mehr in die Grundbücher, so Josef Reichert.

Arno Schlembach ermunterte die neuen Feldgeschworenen, die Schulungen zu besuchen, die das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung anbietet. Die seien sehr interessant. Michael Kastl sprach der Kreisvereinigung eine herzliche Einladung für das Jubiläumsfest im Jahr 2025 aus.