In fast 21 Dienstjahren hat der 50-jährige Geistliche die Herzen der Menschen in der Pfarreiengemeinschaft "Saalekreuz" erobert. Präsent zeigten sich in der übervollen Kirche "Maria Himmelfahrt" auch die Vereine, deren Geschenk, eine Marien-Pieta, einen vorübergehenden Ehrenplatz auf dem Altar bekam.
"Ich lichte jetzt den Anker", unterstrich Sauer seine bisherige Verbundenheit mit der Region. Nicht nur als Geistlicher hat er die Menschen begleitet, sondern auch ganz persönlich, von der Hausschlachtung bis zur Kirschernte. "Es hat mir Spaß gemacht", wies Sauer auf seine Auftritte im Theater und beim Fasching hin. Sein Engagement galt stets auch der Jugend, für deren Bleibe er sich erfolgreich einsetzte. Zwei Dutzend Ministranten füllten den Chorraum und überreichten ihrem Pfarrer zum Abschied Sonnenblumen.

"Für alle Fragen ein offenes Ohr"


Sauer möge an seinem neuen Einsatzort die Pfarreiengemeinschaft "Saalekreuz" nicht vergessen, so Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Romana Heinemann-Kufer. Auf die Frage ihrer Tochter, wer sie eines Tages trauen werde, habe sie keine Antwort. Heinemann-Kufer dankte Sauer für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ihren Dankesworten schloss sich Kirchenpfleger Thomas Ruser an. Ein Höhepunkt in der Ära Sauer sei die Renovierung von Kirchengebäude und Kirchenplatz gewesen.
Zwischen 300 und 400 Gäste füllten nach dem Festzug zu den Klängen der Fuschter Musikanten die Turnhalle. Beim Frankenlied-Marsch übergab Dirigent Manfred Öftring seinen Taktstock an den Ehrengast Sauer. "Bürgernah und für alle Fragen mit einem offenen Ohr", so charakterisierte Fuchsstadts Bürgermeister Peter Hart den scheidenden Geistlichen, der Ende 1991 als "junger Hoffnungsträger" in seine Gemeinde kam. Hart dankte Sauer für sein mit Toleranz gelebtes Christentum und die tollen Predigten.

"Stets wohlwollend und effektiv"


Auch der Bürgermeister von Elfershausen, Ludwig Neeb, bedauerte das Ende der Ära Sauer: "Er wirkte stets wohlwollend und effektiv", bestätigte Neeb und fügte hinzu: "So einen Mann lässt man ungern gehen." Wohl wissend, dass Sauer seine Amtszeit in Fuchsstadt schon über das übliche Maximum hinaus erweitert hatte.
"Sauer hat sich über die alltägliche Seelsorge hinaus als Dekan in den Altlandkreisen Hammelburg und Bad Brückenau persönlich eingebracht", dankte Landrat Thomas Bold auch für Sauers Einsatz zum Erhalt von Kloster Altstadt. Hubert Voll, Rektor der Johannes-Petri-Volksschule, dankte dem "Impulsgeber und Wanderführer" Sauer für zwei Jahrzehnte Religionsunterricht und eine tolle Zusammenarbeit mit den Lehrern.
Mit Gesang und Vortrag beteiligte sich die örtliche Theatergruppe. Leiter Georg Stöth erzählte, wie er Sauer Anfang der 90er Jahre beim Silvesterempfang das Schauspiel schmackhaft machte. Anschaulich führten die Narren jene Rollen aus dem Fasching vor, die dem engagierten Geistlichen in seinen 20 Jahren auf der Bühne begegneten. Präsident Rainer Lell überreichte einen hölzernen Nachtwächter. Sauer seinerseits bedankte sich für die vielen Reden, Geschenke, Gesänge, Sketche und Aufführungen.