Wenn ich als Teil der jüngeren Generation die öffentlich-rechtlichen Sender einschalte, treffe ich oft auf Wohlfühlfernsehen. Nach der Helene Fischer Show kommt Inga Lindström und dann noch Florian Silbereisen. Für die junge Generation ansprechende Beiträge verstecken sich oftmals zu ungünstigen Sendezeiten oder in der Mediathek. Stehen hier hohe Einschaltquoten vor Qualität?

Ich kann es ganz einfach machen und sagen, schauen Sie in den Vertrag, da steht genau was das ZDF leisten muss: Es muss viele unterschiedliche Themen abdecken. Und das müssen wir anders als die privaten Sender machen. Wir sind nämlich nicht ausschließlich nur auf die Quoten angewiesen wie private Sender. Wir achten auf das Gleichgewicht. Ein Beispiel wie ich meine Aufgabe wahrnehme: Sie haben in Bad Kissingen einen Buchhandel, in dem nur die neuesten Bestseller verkauft werden. Die Leute kaufen sie natürlich. Aber die Aufgabe vom ÖR ist etwas anders. Sie muss es sein, auch "Bücher" anzubieten, die man sich so nicht gekauft hätte. Wir müssen ein wirklich breit gefächertes Angebot liefern. Wir sind im ZDF bemüht - und das zeigen die jungen Formate wie etwa "Funk" oder "neo" - unterschiedliche Zielgruppen über die von ihnen favorisierten Medien anzusprechen. Ich bin der Überzeugung, dass das ZDF hier schon viel besser und moderner geworden ist. Ein anderer wichtiger Punkt sind die Nachrichten. Das zeigt sich auch bei der Corona-Pandemie. Die Mehrheit hat sich über die Pandemie im ÖR informiert. Seriosität wird hier den Öffentlich-Rechtlichen zugesprochen.