Umarmungen, Händeschütteln, auch die ein oder andere Träne der Wehmut, vor allem aber viele herzliche Worte des Dankes und der Wertschätzung: Obwohl ihr alle den Ruhestand von ganzem Herzen gönnen, lässt man sie doch nur ungern ziehen. Die Rede ist von der Erzieherin Rosa Röder, die auf fast 40 Dienstjahre im katholischen Action Kindergarten Ebenhausen zurückblickt.

Im Rahmen eines Abschlussgottesdienstes, der von Gemeindereferentin Ulrike Keßler gemeinsam mit Erzieherin Lydia Wengler gestaltet wurde, haben Kinder, Kollegen und Eltern ihr eine Abschiedsfeier bereitet. Die Kinder haben sich für ihre "Rosi", wie sie immer genannt wurde, etwas Besonderes einfallen lassen: Auf ausgeschnittenen Fußspuren drückten die Kinder aus, was sie mit Rosi am meisten verbindet. Außerdem sangen die Erzieherinnen zusammen mit den Kindern ein eigens für den Anlass gedichtetes Lied und jedes Kind überreichte eine Rose.

Kindergartenleiterin Daniela Koch würdigte ihre Mitarbeiterin und ließ die ein oder andere Anekdote noch einmal Revue passieren: Da gab es früher die Faschingsveranstaltungen, die vom Kindergartenteam organisiert wurden, zu denen auch das Einstudieren des Männerballetts gehörte. Außerdem fanden alljährlich Adventsaktionen und Seniorennachmittage statt, die im Kindergarten oder vom Kindergarten abgehalten wurden.


Vorlesestunde war sehr beliebt

Das sind alles Dinge, die es so heute im Kindergartenalltag nicht mehr gibt. Dafür haben andere Themen die letzten Jahre geprägt. Von den geschlossenen Gruppen ging man zu offenen Gruppen über und auch das Nachmittagsprogramm hat sich entscheidend verändert. War es früher noch so, dass die Kinder die Mittagszeit zuhause verbrachten, bleiben heute immer mehr Kinder bis nachmittags durchgehend im Kindergarten und werden dort mit Mittagsessen versorgt.

Das war eines der Steckenpferde von Rosi: Die Mittagsbetreuung, die Vorlesestunde und das Sprachprogramm für Vorschulkinder "Olli Ohrwurm". Alle Kinder lieben die Geschichten von Rosi und hören gebannt zu. Nicht nur deshalb ist von den Kindern immer wieder der Satz "Die besten Geschichten hat die Rosi!" zu hören. Daniela Koch hat dies auch zum Anlass genommen und Rosi eingeladen, den Kindergarten auch zukünftig an neuen Büchern, die sie entdeckt, teilhaben zu lassen.

Auch Vorstandsvorsitzender Benedikt Keßler blickte auf die vergangenen Dienstjahre zurück. Er kennt Rosi, wie viele der anwesenden Eltern auch, aus seiner eigenen Kindergartenzeit in der "Bienengruppe" und kann sich noch gut an den einen oder anderen Spruch erinnern, den Rosi immer auf den Lippen hatte. Es werde eine Lücke entstehen, die sich nicht so ohne weiteres schließen lasse, sagte er. Die fast 40-jährige Erfahrung aber werde sicherlich Spuren hinterlassen.


Ehemalige bedanken sich

Wichtig für Rosi war, dass auch sie selbst den Kindern zum Abschied eine Freude machen konnte. So beschenkte sie die Kinder mit einem Spielgerät, was im Anschluss sofort natürlich ausprobiert wurde. Kinderpflegerin Maria Hacker überreichte zum Dank ein selbstgebasteltes Buch, in dem sich viele ehemalige und aktuelle Kindergartenkinder mit ihren Erinnerungen an Rosi verewigt haben. Alle wünschen ihr zusammen mit ihrem Ehemann viel Zeit für Ruhe und Erholung sowie Spaß am Leben im wohlverdienten Ruhestand.