Ein Berliner Unternehmen vermisst in diesen Tagen alle Straßen, Wege und Plätze auf zehn Zentimeter genau. Das hat nichts mit Google Street View oder ähnlichem zu tun, sondern mit einer Überarbeitung des Straßenkatasters. Zum Einsatz kommen zunächst zwei Fahrzeuge plus, in zwei oder drei Wochen, gegebenenfalls ein Schmalspur-Kfz.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) sagte, die viele Bad Kissinger Straßen befänden sich "in einem erbärmlichen Zustand". Eine Bestandsaufnahme sei Voraussetzung für eine ordentliche Planung, was wo in welcher Form nötig sei.

Nur für den internen Gebrauch


Thomas Hornung, der Bad Kissinger Tiefbaureferent, sagte, zunächst habe man ein Knoten-Kanten-Modell im gesamten Stadtgebiet aufgebaut, damit die "Eagle-Eye"-Mitarbeiter wüssten, wo sie lang fahren. Markierungen wiesen auf Durchlässe und andere Besonderheiten hin.

Bei der Befahrung - 40 bis 50 Stundenkilometer sind durchaus möglich - wird alle fünf Meter ein Stereo-Bild gemacht. Exakt erfasst würden so der Straßenkörper und die angrenzenden Bereiche. Mit diesen Daten ließen sich Risse, Unebenheiten und Flickstellen. Alle Daten flössen ein in das Geo-Informationssystem der Stadt und würden nur intern Verwendung finden. Sie würden auch mit den Kanaldaten zusammengeführt.

Die Straßen würden danach in fünf Kategorien von gut bis schlecht klassifiziert. Das sei die Basis für einen nach Priorität abgestuften Instandsetzungsplan, über den dann der Stadtrat entscheiden müsse, sagte Hornung.
Messtechniker Sven Lindhauer sagte, das Auto verfüge über zehn Kameras auf der Dachkonstruktion. Der Standort werde mittels GPS genau festgestellt. Außerdem habe man noch ein Trägheitsnavigationssystem. Radsensoren messen exakt die zurück gelegte Strecke. Auch am Straßenrand geparkte Autos stellten kein Problem dar.

Vermessen werden in Tagen 123 Kilometer innerörtliche und 12,5 außerörtliche Straßen. Dazu kommen sieben Kilometer Plätze sowie 38,5 Rad- und Gehwege. Die Maßnahme kostet 102 000 Euro.