Ein Samstagnachmittag im Oktober, kein Unterricht und doch füllt sich die in rot-weiß-blau geschmückte Aula am Jack-Steinberger-Gymnasium mit immer mehr neugierigen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften. Das P-Seminar Englisch stellt die deutsch-amerikanische Partnerschaft zur Buhler High School in Kansas (USA) vor und zeigt allen Interessierten, was trotz oder sogar wegen Corona hier entstanden ist, nämlich ein Projekt, das Jugendliche auf zwei Kontinenten dank digitaler Möglichkeiten zusammenbringt, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

Zeitgleich Geschenke ausgepackt

Zum Abschluss des Nachmittags wurde zeitgleich das Geschenk dieses Nachmittags bzw. Morgens ausgepackt: ein Schild, das das neue Logo der Schulpartnerschaft zeigt und ab sofort an beiden Schulen zu bewundern ist.

Aus einer Online-Fortbildung, an der Eva-Maria Oettinger im Juli 2020 teilnahm und mit Hilfe des Partnerschulnetzwerks des Pädagogischen Austauschdienstes in Bonn sowie der Kooperation mit dem Goethe-Institut in New York fand sich eine amerikanische High School, die mit Anneliese Reichenberger, eine ebenso engagierte wie weltoffene Mathe- und Deutsch-Lehrkraft hat. Denn sie war es, die das Jack-Steinberger-Gymnasium auf dem Portal des Partnerschulnetzwerks fand und bei Oettinger anfragte, ob es denn eine Möglichkeit gäbe, sich digital kennenzulernen.

Erste Kontakte per Post

Anfänglich wurden vom English Conversation Kurs Mails und Kurzvideos über Hobbies wie Musik, Lesen und Sport gegenseitig zugeschickt und auch die erste Post per Schiff wurde verschickt. Mittlerweile unterrichtet Reichenberger an der BHS drei Deutschklassen, denn die Anmeldezahlen stiegen stetig an, dank dem Kontakt zu nach Deutschland.

Wie erhofft, wurde es an diesem Samstag ein kurzweiliger Nachmittag, an dem nach einer Einführung zum Ablauf des P-Seminars und den bisher umgesetzten Ideen, ein Gallery Walk von einem Infostand zum nächsten dazu einlud, sich zu informieren. Es gab an Stellwänden Input zu Politik, Geografie des Staates Kansas und zur Buhler High School selbst. Die Gäste konnten Fragen an die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars richten und einige der vielen Videos auf rund 20 Tablets anschauen. Großes Interesse bestand zu der Frage, ob und wie ein realer Besuch an der Buhler High in Form eines individuellen Austausches möglich wäre. Erste Schritte und Informationen zur Planung eines solchen Vorhabens konnte das P-Seminar und Oettinger den interessierten Schülerinnen und Schülern und deren Eltern an die Hand geben.

"Kultur-Beutel" ausgetaus cht

Um 17 Uhr Ortszeit konnten dank stabilen Internets, digitaler Tafel und Bluetooth-Box sowie Konferenzmikrofon die amerikanischen Schülerinnen und Schüler mit einem herzlichen "Good Morning, USA!" begrüßt werden. Schon drei Monate vorab hatte das P-Seminar den amerikanischen Freunden einen sogenannten "Kultur-Beutel" geschickt, der natürlich eigens vom P-Seminar designt wurde. In diesem Beutel möchten sich die Schulklassen ab sofort gegenseitig Inhalte zusenden, die unser Leben, unseren Lebensstil und unsere Kultur den Partnern näherbringen. Der "Kulturbeutel" des JSG für die Buhler High enthielt unter anderem eine Ausgabe der Saale-Zeitung, den neuen Marco Polo Reiseführer über Bad Kissingen, den Jahresbericht und die Festschrift zum Jubiläum des JSG, drei Packungen Kissinger Oblaten sowie einige typische Süßigkeiten, die den Amerikanern weniger geläufig sind. Im Gegenzug durften die JSGler aus dem amerikanischen Paket eine Flagge des Staates Kansas, den Jahresbericht der BHS, einen Salzstein aus den Salzminen von Kansas und natürlich auch typisch amerikanische Süßigkeiten auspacken. Die Schüler und Schülerinnen lieferten sich dabei gegenseitig die nötigen Informationen zu den Produkten - natürlich in exzellentem Englisch.