Die Vinothek in der Ludwigstraße war bislang unter Kennern ein Geheimtipp. Nicht nur gute Erzeugnisse der Winzer aus der Region, auch spezielle Weinsorten von Anbaugebieten aus Frankreich und sonnenverwöhnten Lagen südlicher Länder waren in den Regalen von Monika Drost-Tucher im ehemaligen Haus Metz-Obers zu entdecken. Sie stand bei der Auswahl auf Wunsch beratend zur Seite, gab Tipps für die passenden Beigaben oder die richtige Temperatur des Rebensaftes. Das Foto ihres Vaters Walter Tucher, von dem das Tabak- und Getränkegeschäft ausgebaut worden war, hatte einen Ehrenplatz vor dem Sortiment.
Eine Auswahl von Spirituosen ergänzte das Angebot. Dekorativ verpackt, wurden Weine, Spirituosen und manches Beiwerk zu besonderen Geschenken, die auch in die weite Welt versandt wurden.
"Ich kannte den Großteil meiner Kunden," sagt Monika Drost-Tucher. Nach neun Jahren zieht sie sich aus dem Geschäftsleben zurück. Die Räume in der Ludwigstraße werden künftig von der Firma "Einkaufsparadies No.5" genutzt.
Erhalten bleibt unter neuer Führung der bisher angegliederte Tabakladen. Er hat durch die Familie Tucher in der Ludwigstraße eine lange Tradition. "Schon meine Großmutter Leni Löhmer hatte hier nebenan fast 50 Jahre ein kleines Zigarrengeschäft", erinnert sich Monika Drost-Tucher. Ihre Eltern, Walter und Vera Tucher, bauten ab 1951 in der Fuldaer Straße ein Großhandelsgeschäft auf, von dem aus auch jahrzehntelang die Zigarettenautomaten im gesamten Altlandkreis mit bestückt wurden. Wolfgang Tucher führt den Traditionsbetrieb seiner Eltern fort.
Nicht nur der Tabakladen mit der individuellen Beratung der Kunden, auch die Lotto-Toto Annahmestelle verbleiben im Geschäftshaus Ludwigstraße 20. Zeitungen und Zeitschriften würden auch nach dem 31. März weiter angeboten, sichert Monika Drost-Tucher zu.
Hausbesitzer Kurt Abersfelder schmunzelt, wenn er auf die Mieter-Veränderungen angesprochen wird. Die Verhandlungen über den Geschäftswechsel seien ohne ihn erfolgt, er sei zu dieser Zeit im Ausland gewesen. "Ich wurde von dem Wechsel der Geschäfte nach meinem Auslandsaufenthalt überrascht." Problematisch ist die Angelegenheit für ihn nicht, ganz im Gegenteil: "Ich bin damit zufrieden und habe nichts dagegen einzuwenden", sagt Abersfelder, zumal sich für ihn kaum etwas verändere.