Viele Sportvereine nutzen derzeit Fördermöglichkeiten zur Umrüstung alter Flutlichtanlagen auf energieeffiziente LED. Diese Umrüstungen auf neue Beleuchtungsanlagen sind eine Chance, Außensportstätten zukünftig immissionsärmer zu beleuchten und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität zu leisten. Wie das technisch umsetzbar ist, zeigen Anwendungshilfen der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, heißt es in einer Pressemeldung des Biosphärenreservats.

Nur wirklich benötigtes Licht

Sportplätze in ländlichen Regionen liegen meist im Naturraum, in der Nähe von Vegetation und Gewässer - und oft in oder in der unmittelbaren Nähe von Schutzgebieten. "In der Vergangenheit wurde leider wenig darauf geachtet, dass das Licht nur auf die wirklich benötigte Sport- bzw. Nutzfläche strahlt", erklärt Sabine Frank, Koordinatorin Sternenpark Rhön. "So tragen insbesondere an Trainingsabenden schlecht gerichtete Flutlichtanlagen oft zum Phänomen der Lichtverschmutzung bei und erhellen die Nacht weit über die Sportanlage hinaus."

Nicht nur wird dadurch das Erscheinungsbild der nächtlichen Landschaft negativ beeinflusst, oft fühlen sich zudem Anwohner belästigt, und Verkehrsteilnehmer werden stark geblendet. Insbesondere aber haben solche lichtstarken Beleuchtungsanlagen massive Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. "Neben Insekten und Vögeln werden auch die streng geschützten Fledermäuse zu kräftezehrenden Verhaltensänderungen gezwungen", erklärt Sabine Frank. "Bei Lage des Sportplatzes in Gewässernähe in den Auen sind zudem Wassertiere und Amphibien besonders betroffen.

Technische Planungshilfen

Die Verwaltungen des UNESCO Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen haben in Kooperation mit den fünf Landkreisen im vergangenen Jahr anwendungsspezifische Broschüren veröffentlicht. Diese berücksichtigen einschlägige Normen und geben Vereinen, Förderstellen, Kommunen und Planern technische Planungshilfen zur zukünftigen Vermeidung von Lichtimmissionen. Eine der vier Broschüren behandelt die Beleuchtung an Sportstätten.

Technische Anforderungen an eine umweltverträglichere Sportplatzbeleuchtung sind asymmetrische Planflächen- oder äquivalente LED-Strahler ohne rückwärtige Abstrahlung; horizontale Montierung, um ein Abstrahlen über die Nutzfläche hinaus zu vermeiden; maximal 75 Lux Beleuchtungsstärke für den einfachen Wettkampfs- und Trainingsbetrieb; (Beleuchtungsklasse III) und maximal 200 Lux für den Punktspielbetrieb (Beleuchtungsklasse II); Farbtemperaturen mit geringem Blauanteil (Orientierung: 3000 Kelvin bis maximal 4000 Kelvin); steuerbare/dimmbare Anlage.