Es gar nicht so einfach, zu Karl-Heinz Back vorzudringen. Seine Erhebungsstelle für den Landkreis in den Räumen des Kommunalunternehmens Abfallwirtschaft ist doppelt gesichert. Back arbeitet immer hinter verschlossenen Türen. Der Schreibtisch ist aufgeräumt, alle Schränke sind zu. Neugierige haben keine Chance. Denn nur so ist sichergestellt, dass der Datenschutz beim nicht unumstrittenen Zensus 2011 auch wirklich gewahrt ist.
Die Befragung geht in die zweite Runde: Erneut klingeln Interviewer bei Bürgern. Zur "Qualitätssicherung der amtlichen Einwohnerzahlen in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern" im Landkreis, wie es offiziell heißt. In einem "Schmalspur-Zensus " sollen offene Fragen geklärt und Ungereimtheiten ausgeräumt werden. Los gehen soll es schon bald.
Das Problem: Back hat keine Ahnung, wie viele Interviewer welche Bürger in den kommenden drei Wochen noch einmal besuchen sollen. Back: "Wir wissen es nicht, keine Ahnung."
Allerdings habe sich herausgestellt, dass "der Kreis eventuell doppelt so hoch belastet ist, wie es erwartet worden war." Betroffen könnten etwa 2000 Einwohner mit rund 1200 Anschriften sein, schätzt Back "ganz grob". Von den genauen Daten aber ist abhängig, wie viele und welche Helfer er bitten muss, erneut tätig zu werden.

Genau wie im Mai


Der Ablauf ist im Prinzip genau so wie einst im Mai 2011. Das war schon damals so festgelegt worden. Allerdings sollte Runde zwei schon im Oktober stattfinden. Die Zählungen hätten sich dann aber länger hingezogen.
Diesmal besteht der Fragebogen aus nur zwei Seiten. Der Staat will einige persönliche Daten wissen und fragt nach den Wohnverhältnissen am Stichtag 9. Mai 2011. Alles ist harmlos.
Back betont schon im Vorfeld: "Es besteht wieder Auskunftspflicht", so stehe es im Gesetz.
Daran haben sich im ersten Durchlauf aber nicht alle gehalten. Androhungen von Geldbußen - erst 300, dann 500, eventuell sogar 900 Euro - haben die meisten beeindruckt, vier "Totalverweigerer" aber nicht. Back sprach von einem "verschwindend geringen Anteil.
Die vier Personen, je zwei in Bad Kissingen und in Hammelburg, habe man nie angetroffen und auch nicht telefonisch erreicht. Back: "Sie haben auf nichts reagiert, nicht einmal auf Zahlungsaufforderungen".

Abschluss bis Ende April


Dennoch sollen die Restarbeiten bis Ende April abgeschlossen sein. Dann werden die in Bad Kissingen verbliebenen Daten vernichtet und die Erhebungsstelle aufgelöst. Dann nimmt auch Back seinen Hut. Er geht im Mai in die Altersteilzeit.
Neun Fragen sollen vermutlich um die 2000 Bürger in den nächsten Wochen beantworten, um Unklarheiten zu beseitigen. Sie sollen Auskunft geben über Namen, Anschrift, Geschlecht und Geburtsdatum sowie Staatsangehörigkeit. Außerdem will der Staat wissen, wie viele Menschen in der Wohnung leben, wo der Hauptwohnsitz ist und ob man/frau noch weitere Wohnungen in Deutschland hat. 2011 hatten rund 130 Interviewer im Landkreis Bad Kissingen 13 200 Menschen nahezu jeden Alters, 9700 in Haushalten und 3500 in Wohnheimen, aufgesucht und befragt. ed