Oliver Jurk ist Kleinwenkheimer durch und durch. Er ist Sachbearbeiter bei der Firma Vorndran, Gruppenführer bei der örtlichen Feuerwehr und natürlich auch Privatmann. In allen drei Funktionen hatte er ein riesiges Problem: Kein Handy-Empfang im tiefer gelegenen Ort. Alle drei Probleme haben sich jetzt in Luft aufgelöst. "Man kann in der ganzen Firma telefonieren und braucht auch nicht mehr in der Wohnung herumzulaufen um Empfang zu suchen", sagt er. Darüber freut sich nicht nur Oliver Jurk.

Es dürfte nur noch wenige Fleckchen in der Republik geben, an denen Handy-Empfang unmöglich ist. Kleinwenkheim und auch Wermerichshausen gehörte bis jetzt dazu. Immer wieder haben die Kleinwenkheimer Anläufe unternommen - allen voran Oliver Jurk.

Großer Arbeitgeber ohne Netz


Die Firma Vorndran in Kleinwenkheim gehört zu den größten Arbeitgebern im Stadtgebiet. Hier kommen jeden Tag unzählige Lkw an. Fernfahrer sprechen sich oft mit ihren Disponenten ab, was natürlich über Handy geschieht. "Weil sie bei uns keinen Empfang hatten, haben wie sie immer erst einmal ins Büro zu einem Festanschluss mitgenommen", erzählt Oliver Jurk. Oft kommen auch Monteure, die eine neue Maschine aufbauen. "Die laden sich teilweise die ganzen Daten über Handy herunter." Nur eben nicht in Kleinwenkheim.
Manche seien auf die umliegenden Hügel gefahren bis sie Handy-empfang hatten.

In vielen Orten werden die Feuerwehrleute heute über Handy alarmiert. In Kleinwenkheim funktionierte das bisher nur über die Sirene oder über das Festnetz. Nun könne man endlich auch über Handy-Alarmierung nachdenken. Und als Privatmann sagt Oliver Jurk. "Man hat sich gar nicht getraut zu sagen, dass man keinen Handy-Empfang hat. Da wurde man regelrecht ausgelacht."

Dicker Aktenordner


Bürgermeister Helmut Blank hat einen dicken Aktenordner mitgebracht. Im August 2009 hat ihn eine Mail von Oliver Jurk erreicht, in der er dringend um Abhilfe gebeten hat. Dann kam O2 auf die Gemeinde zu. Nach regem Briefwechsel stimmte der Bauausschuss im Januar 2010 zu, der Stadtrat noch einmal im März 2010.

Das Problem war, dass E-Plus einen Funkmast am alten Sportplatz genehmigt hatte. Als O2 kam, sagten die Stadträte, der Anbieter könne doch auch auf den Mast. Nur ist der Mast bis heute nicht gebaut worden. Daraufhin hat O2 die Sendeanlage im Januar 2011 doch noch am gewünschten Standort zwischen Kleinwenkheim und Wermerichshausen errichtet. Doch das Netz blieb vorerst tot. "Aller drei Monate haben wir im Wechsel einen Brief an O2 geschrieben, einmal Oliver, einmal ich, teilweise in Absprache", sagt Helmut Blank

"Steter Tropfen höhlte den Stein", fügt er hinzu. Interne Umstrukturierungen beim Mobilfunkbetreiber war wohl der Grund für die Verzögerung, hat Oliver Jurk erfahren. Auf der Hompage von O2 unter Verfügbarkeit hat er dann letzte Woche Kleinwenkheim entdeckt. Seit dem ist das Netz da. Und D1 habe sich nun auch für das nächste Jahr angesagt. Helmut Blank bedankt sich ausdrücklich bei Oliver Jurk. So ein Engagement sei nicht selbstverständlich. "Wenn du weißt, dass du Unterstützung aus der Bevölkerung hast, geht alles viel leichter."

Und Oliver Jurk ist glücklich: "Es ist ein schöner Ort, es ist schön hier zu leben. Aber man möchte auch etwas von den neuen Technologien haben." Und weiter: "Dafür möchte ich nicht in die Großstadt ziehen müssen." Der neue Sendemast deckt auch Wermerichshausen mit ab, wo es auch zwei größere Firmen gibt.