Die vier Glocken, der Glockenstuhl und die elektronische Steuerung des Geläuts der
Klosterkirche sollen erneuert werden. Derzeit ist die Anlage wegen akuter Sicherheitsmängel stillgelegt. Katholische Kirchenstiftung, Finanzkammer des Bistums und Gemeinde wollen die Last von 125 000 Euro nun gemeinsam schultern - mit Hilfe der Gläubigen.
Die nötige Summe ermittelte Kirchenpfleger Thomas Klose, der den Zuschuss der Diözese mit der Finanzkammer abklärte. Angesichts des schnellen Handlungsbedarfs konnte er 44 000 Euro Förderung erwirken. Die Kirchenverwaltung selbst will für die Sanierung ihre Bar-Bestände zur Verfügung stellen und eventuell ein Darlehen aufnehmen - wenn auch ungern. Zudem will sie Spendenmittel aus einer zeitlich befristeten Erhöhung des Kirchgeldes generieren, um rund 56 000 Euro Eigenleistung abzudecken.
Bei der politischen Gemeinde suchte Kirchenpfleger Klose um 20 Prozent Zuschuss nach, was für eine Summe von rund 25 000 Euro steht. In einer Zeit hoher Ausgaben kommt dies der Gemeinde nicht gerade gelegen. Deshalb suchten Günter Sauer und Norbert Schmitt nach alternativen Lösungen, beispielsweise weniger Glocken anzuschaffen oder ein Pfarrfest zu veranstalten. Beide Vorhaben wurden jedoch verworfen.

"Reichen 125 000 Euro?"

Sauer hatte zuvor die Möglichkeit eines Kreis-Zuschusses erwogen. Der Landkreis würde sich mit einer kleinen Summe beteiligen, informierte Klose. Bürgermeister Thomas Hack (CSU) glaubt, dass eine zeitlich begrenzte Kirchgelderhöhung auf 20 Euro "eigentlich keinem weh tun kann".
"Reicht die Summe von 125 000 Euro überhaupt aus?" fragte Gemeinderat Martin Kaiser (CSU/Bürger für Aura). Klose erläuterte, dass es sich noch um eine Kostenschätzung handelt. Doch wenn die Sanierung in einem Zug, nicht in zwei Phasen, realisiert wird, sollte diese Summe realistisch sein.
Der Rat beschloss einstimmig, die 25 000 Euro beizusteuern - vorausgesetzt, es ergeben sich keine entscheidenden finanziellen Verschiebungen. Im Gemeinde-Etat 2013, in dem ursprünglich 15 000 Euro für dieses Projekt vorgesehen waren, stehen jetzt 25 000 Euro.
Der jährliche Defizitausgleich für den Kindergarten St. Laurentius führte zu Diskussionen. "Der Laden ist so voll wie nie", berichtete Vereinsvorsitzender Björn Heim. Dennoch muss die Gemeinde Aura einen Teil der Kosten vorfinanzieren. Von 30 000 Euro, die sie im vorigen Jahr beisteuerte, wurden 26 000 Euro verbraucht. "Mit dem Rest von 4000 Euro sollten 20 000 Euro Defizitausgleich für das laufende Jahr genügen", vermutete Heim.

Kritik an Defizitausgleich

"Systemkritik" übte Gemeinderat Martin Baldauf (CSU/Bürger für Aura) am Defizitausgleich. "Das ist ein Blanko-Scheck, der in den katholischen Kindergärten zur Tradition geworden ist", bemängelte er. Baldauf verwies darauf, dass nach dieser Methode Staat und Gemeinde 75 Prozent tragen, die Kirche nur ein Viertel.
"Gäbe es den Ausgleich jedoch nicht, müssten wir die Elternbeiträge verdoppeln. Dann laufen die uns davon", argumentierte Heim.
Da die Gemeinde im Kindergarten auch die Heizung optimieren muss, beschloss der Rat einen Ausgleichsvorschuss von 20 000 Euro sowie weitere 26 000 Euro für die Betriebskosten. Die Anhebung des Anstellungsschlüssels - durch die hohe Belegungszahl wird mehr Personal gebraucht - verhandelte der Rat in nichtöffentlicher Sitzung