Bürgermeister Wil helm Friedrich (CSU) ist ir ritiert. In der Sitzung des Ge meinderates am 22. Januar schien endlich eine Basis er reicht worden zu sein, auf de ren Grundlage Bürger und Gemeinderat konstruktiv zusammenarbeiten könnten. Doch schon am nächsten Tag löste sich diese Hoffnung in Luft auf, denn im Faxgerät lag ein Schreiben. Der Absender: Wolf Herkner, Rechtsanwalt aus Wasserburg.

Herkner vertritt die Interessen der Bürgerinitiative gegen Richtfunkstrahlen. In seinem Schreiben verlangt er Einsicht in den Vertrag, den die Gemeinde mit der Firma OR Network ge schlossen hat. "In den Vertrag wird außer dem Marktgemeinderat und den zuständigen Sachbearbeitern niemand mehr Ein sicht nehmen", stellte Friedrich nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung in dieser Woche klar.
Fortan werde die Debatte um die Breitbandversorgung auch nicht mehr öf fentlich geführt.

Gleichzeitig stellt sich der Bürgermeister zu seinen Zusagen, die er den Bürgern Ende Ja nuar gegeben hat: "Wir werden noch weitere Informationen einholen. Danach wird der Marktgemeinderat entscheiden, wie weiter vorgegangen wird." Wann es soweit sein werde, konnte Geschäftsstellenleiter Gerhard Gunkel aber noch nicht sa gen.

Gerüchten zufolge, nach de nen die Bürgeriniative ihren Anwalt zurückgepfiffen hätten, bestätigten sich nicht. "Ich habe ein Mandat für die Bürgerinitiative gegen Richtfunkstrahlen Zeitlofs, und das ist ein aktives Mandat", sagte Herkner auf Nachfrage der Heimatzeitung. Momentan warte er auf eine Rückmeldung der Gemeinde. Doch weder aus dem Rathaus noch von der Bürgerinitiative selbst habe er Rückmeldungen zur Gemeinderatssitzung am 22. Januar bekommen.

Auch Franz Zang, Kreisvorsitzender im Bund Naturschutz, der die Bürgerinitiative unterstützt, stellte gestern noch einmal klar: "Das Mandat besteht weiter."


Was sonst noch los war im Gemeinderat

Auftragsvergabe:
Die Firma Joachim Natura-Haus aus Oberleichtersbach hatte mit 33 939,40 Euro das günstigste Angebot für die Arbeiten zur Erneuerung der Dacheindeckung der Schulturnhalle in Zeitlofs abgegeben und erhielt deshalb den Zuschlag des Marktgemeinderates.

Kindergartengebühren: Ab 1. September werden für die Kindergartenkinder (über drei Jahre) und die Kleinkindbetreuung (ein Jahr bis drei Jahre) ab einer durchschnittlichen Betreuungszeit von fünf Stunden täglich die monatlichen Gebühren angehoben. Die anderen Gebühren bleiben gleich. So werden ab September beispielsweise bei einer täglichen Betreuungszeit von sieben bis acht Stunden für Kindergartenkinder pro Monat 105 Euro fürs erste Kind und 95 Euro fürs zweite Kind fällig, für Kleinkinder müssen 135 Euro gezahlt werden.

Volksschule: Laut Bürgermeister Wilhelm Friedrich weist das Staatliche Schulamt Bad Kissingen darauf hin, dass die Grundschulen und Mittelschulen nun eigenständige Schularten bilden. Der bisherige Zusatz "Volksschule" entfällt, kann aber auf Antrag verliehen werden. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass für die Grundschule Zeitlofs die Erhaltung des Zusatzes "Volksschule" beantragt wird.

"Erdrutsch": Joachim Goebel hat darauf hingewiesen, dass in der Straße "Am Heiligen" in Roßbach Erde in den Graben gerutscht ist. Bei der Gemeindeverbindungsstraße Weißenbach - Rupboden müsste Reisig und Holz aus dem Graben entfernt werden.

"Mottgerser Spange": Uwe Fischer sprach die Nachrichten hinsichtlich der "Mottgerser Spange" der Bahn an. Friedrich sagte, dass er Gespräche mit anderen betroffenen Bürgermeistern führen werde. red