"Meta und Brunhilde aus Witterschhause" sind im Auraer Fasching ein gern gesehenes Duo, das die "Freundschaft" zwischen den beiden Nachbarorten hochhält. Die beiden Damen, Relikte vergangener Jahre, kommen immer wieder mal nach Aura, um "nach Männern zum Heiraten" zu suchen, haben aber noch nichts gefunden.
Hinter den "Heiratswütigen" stecken Regina Schaub und Silvia Dörfler, die schon seit Kindesbeinen im Auraer Fasching mitwirken. "Ich war bereits mit acht Jahren Kinderprinzessin und tanzte ab dem neunten bis zum 20. Lebensjahr in allen Garden", sagt Regina. Die 38-jährige verheiratete Mutter trainierte auch das Männerballett und ist in verschiedenen Variationen in der Bütt zu finden.

Die ersten Anfänge


Ihre "dickste Freundin", Silvia, hat den Weg zum Fasching schon als achtmonatiges Kleinkind gefunden. "Mein Papa hat damals am Rosenmontagszug als Jäger teilgenommen. Ich war als Häschen verkleidet." Ab dem neunten bis zum 21. Lebensjahr tanzte sie in allen Auraer Garden und ging dann in die Bütt. Die 36-jährige verheiratete Mutter von zwei Kindern schreibt mit ihrer Freundin Regina die Büttenreden selbst.
Auch heuer warteten die Damen mit allerlei Gags auf. "Während eines Italien-Urlaubs erfuhren wir von der Dorferneuerung in Aura und dachten, das ist ein Thema für uns." Altbausanierung verwechselten die beiden mit Facelifting. Dafür gibt es keine 50 Prozent Zuschuss. Nach stressiger Zufahrt wieder an der "Costa del Sool", wollte das Duo etwas für sein Äußeres tun. Das Naturschwimmbad existiert leider noch nicht, aber es gibt ja auch noch die Teiche auf der Witterschhäuser Höhe (Klärteiche), in denen man regenerieren kann.

Ungereimtheiten


Natürlich nehmen Meta und Brunhilde gern die Ungereimtheiten im Dorf aufs Korn. Nachdem die Mascott-Bar neuer Sponsor der Auraer Fußballer ist, vermuteten sie die Mannschaftsversammlungen im Separee. Auch Faschingsprinzessin Anja Schmitt musste dran glauben. Aufbereitet für das Münchner Oktoberfest im gut gefüllten, rosa Dirndl, winkten Ihrer Majestät alle Autofahrer auf dem Weg zum Bahnhof freundlich zu. Es dauerte lange, bis sie bemerkte, dass sie das Dirndl in die Unterhose gestopft hatte. Ob bei aufgemöbelten Tupper-Abenden in Aura tatsächlich auch "Toy-Boys" angeboten werden, sei mal dahingestellt.
Auf jeden Fall seien sie von der Dorferneuerung begeistert, bekannten die Ladies und schwärmten von einer "Shopping Mall in Aura Village" mit Edelmarken, die man einkaufen kann. Mit solchen Aussichten konnte es nur zu der Einsicht kommen: "Wir bleiben hier."


Auszüge aus dem sechsstündigen Programm



Faschingssong Den "runden Geburtstag" gaben die Faschingsfreunde mit der Suche nach "Unserem Song für Fasching" einen besonderen Akzent. Unter vier Vorträgen des Gesangs-Quintetts Geli Müller, Cilly Kühnlein, Martina Reitberger, Andreas Troll und Heinz Frank wählten die rund 300 Zuhörer per Applaus "ihr Lied für Baku", wie die Moderatoren Bianca Troll und Jürgen Kaiser formulierten. Lobeshymnen auf das karnevalistische Treiben in der kleinen Gemeinde nach Melodien bekannter Schlager und Songs, wie beispielsweise Udo Jürgens' "Mit 66 Jahren". Weil sich die Jury (Thomas Hack, Michaela Baldauf und Andreas aus Wirmsthal) nicht so recht entscheiden konnte, war der Zuschauerbeifall der Erfolgsmesser für "Auraer Fasching", ein euphorischer Text zu der Melodie des Titels "Don't stop believing" der Rockband Journey.

Dance Generation Ein weiteres Highlight war die quirlige Darbietung der Tanzgruppe "Dance Generation", ein quittengelber Hühnerhaufen mit zwei Hähnen namens Claudio und Jan. Fast wie echt wuselten die "chicks" über die Bühne - ohne größere Unfälle - und fanden sich wieder zu einer gemeinsamen Choreografie. Ein Meisterstück mit 21 Akteuren, das "Chefglucke" Jessica Kaiser einstudierte hatte.

Sweet Im Zuge der tänzerischen Bonmots war auch der Showtanz der "Wilden 14" bemerkenswert, deren Motto in dieser Session einfach so hieß wie die jungen Damen aussahen: Sweet. Mit pinkfarbenen Perücken und weißen, sexy Tüll-Röckchen ließen die "Candys" keinen Zweifel aufkommen, wem sie huldigten - der Musik und dem Flair der 50er und 60er Jahre.

Table Dance Dem "Table Dance" widmeten sich Marcel und Philipp Kaiser. Die blonde "Chantal" will mit ihrem Chef im Rahmen der Dorferneuerung ein Etablissement eröffnen, in dem Frauen "oben ohne, unten nichts" an Stangen tanzen. Auf der Suche nach einem geeigneten Raum für die Dance Bar trat Hansi Kaiser in einem Filmstreifen auf und offerierte als Optionen den Rathaus-Sitzungssaal, den Proberaum der Musiker und den Jugendraum. Die Wahl fiel auf Letzteren.

Tanzmariechen Tanzmariechen Mara Kaiser legte als quicklebendige Solotänzerin mit spielender Leichtigkeit ihren Part zu den schnellen Dudelsackklängen auf die Bühne und erhielt rauschenden Beifall.

Männerballett Das vom Muff befreite Männerballett nahm sich den unvergessenen Michael Jackson zum Vorbild.

Bütt Sitzungspräsident Manuel Kolb war der Star in der zweiteiligen Bütt "Wetten, dass ...?". Er mimte einen ewig kauenden Reiner Calmund, der mit dem "rumänischen Zwerg", Peter Maffay (Christian Albert), und Sebastian Bienmüller und Christof Sauer seinen Schabernack trieb.

Till und Casting Der Till von Aura, Lutz Windel, nahm die Weltpolitik aufs Korn. Das "Casting" der Auraer Damen, inklusive Florian Seufert, litt etwas an technischen Problemen.

Walking-Damen Die Walker-Damen aus Oberleichtersbach und Wittershausen zelebrierten Sport und Tratsch. Dabei bekam das Prinzenpaar mit Manni und Anja Schmitt sein Fett in Form der "Asbach-Königs-Schärpe" weg. Sonja Seufert, Petra Markert, Sandra Holzinger und Manuela Fella lieferten den Stimmungstanz à la "Cotton Eye Joe".

Wildcats Sehenswert auch der Tanz der "Wildcats", die als indianische Squaw und Marterpfahl antraten sowie der flotte Gardetanz der Prinzengarde. Für Stimmung sorgte Dieter Nöth.