Der Startschuss fiel am Samstagabend mit einem Gospelkonzert des Ensembles "Lift your voice" aus Geroda unter Leitung von Christel Hentschel. Mit etwa 40 Sängerinnen und Sänger aus der Umgebung nebst Band lockte der Gospelchor gut 100 Zuhörer bei freiem Eintritt in den Burghof.
Die Kunst aus dem Kindergarten erschloss sich den Gästen am Sonntagvormittag im Rahmen einer Vernissage. Deren Thema "100 Welten entdecken - in fremde Rollen schlüpfen" ließ Fantasievolles erahnen. Hier durften sich die Kinder aus dem an der Reggio-Pädagogik orientierten Kindergarten mit den Vorstellungen aus "ihrer Welt" präsentieren.

Selbst geschneiderte Kostüme


Ein Kostümprojekt für die jüngeren und die "Star Wars"-Saga für die etwas älteren Kinder fanden ihren Ausdruck zunächst in gemalten Bildern und Dioramen. Doch das war längst nichts alles, denn die Kinder legten selbst Hand an beim Schneidern der Kostüme, die sie zunächst skizzierten und dann in Aquarellfarben malten.
Der theoretischen Stoffsammlung folgte die reale. "Erzieherinnen suchten mit den Kindern Material, maßen die Stoffbahnen aus und nähten und bastelten gemeinsam mit ihnen die Kostüme nach dem Vorbild der Zeichnungen", erklärte Kindergartenleiterin Ria Förster. "Des Kaisers neue Kleider" - so auch das Theaterstück, das der Kindergarten abschließend aufführte - stand wohl am häufigsten Pate für die Verkleidung.
Dumme Menschen sahen die Kleider nicht. Die sie sahen, waren beeindruckt von der Kreativität Vier- bis Sechsjähriger. Kaiserliches und königliches "Outfit", kostbar gekleidete, stolze Burgfräulein und lustige Clown-Kostüme bildeten die edle Staffage vor dem bunten Hintergrund einer gepinselten Burg. Jean Cocteaus Satz "Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft, sich in alles zu verwandeln, was immer sie sich wünschen", fand hier seinen Ausdruck.
Flügel wuchsen auch der Fantasie der Teilnehmer am Projekt "Star Wars", die Luke Skywalker, Darth Vader und Meister Yoda plastisch und in Gemälden darstellten. Die Auseinandersetzung folgte im Burggraben, wo die Weltraumhelden mit Weidenstöcken als Lichtschwertern den Kamp "Gut gegen Böse" ausfochten.
Es lockten auch mehrere Werkstattangebote. Wer Lust hatte, durfte Fabelwesen aus Naturmaterialien basteln, sich ein Tütenkostüm aus einem großen Papiersack schneidern lassen oder in der "Flechtkunst am Drahtzaun" üben. Neue Hüte aus Papier und Zierschmuck wurden vor dem Rittersaal der Burg angepasst. Ihren Emotionen konnten Mädchen und Jungen zu klassischer Musik neben dem Burgfried mit Fingerfarbengemälden freien Lauf lassen. Selbst gefertigte Naturmandalas durften die jungen Schöpfer mit nach Hause nehmen.