Vor ein paar Monaten hat das Zentrum für Telemedizin für die Beschaffung von Defibrillatoren geworben. Das ZTM Bad Kissingen möchte die Verbreitung dieser öffentlich zugänglichen Laien-Defis erhöhen, die Standorte sichtbarer machen und die Bürger besser über den "Automatischen Externen Defibrillator" (AED) aufklären. Sebastian Dresbach (ZTM) sprach seinerzeit von einem "Kümmerer" in einer Ortschaft, der dieses Thema aufgreift und sich um die Finanzierung kümmert. Dieser Aufruf wurde zunächst in der Vorstandsrunde der Kolpingsfamilie Garitz ausführlich diskutiert. Fragen wie Anschaffung, Kosten, Wartung und Standort wurden mit Thomas Schreiner (ZTM) und Volker Müller (VR-Bank) besprochen.
In einer weiteren Vorstandssitzung wurde dann der Beschluss gefasst, einen Defibrillator für Garitz anzuschaffen. Die Gerätekosten, die die örtliche Kolpingsfamilie aufbringt, belaufen sich auf ca. 4000 Euro. Für Übernahme der jährlichen Wartungskosten für die ersten 3 Jahre (300 Euro p.a.) konnte die VR-Bank Bad Kissingen-Garitz gewonnen werden. Der Kolpingvorstand ist zuversichtlich, dass sich zu gegebener Zeit eine Lösung für die Wartungskosten finden wird.
Der externe Defibrillator wurde nun im Vorraum der VR-Bank angebracht und ist somit rund um die Uhr zugänglich und darüber hinaus videoüberwacht. In der ersten Hilfe spielen Laien aber auch technische Hilfen (Defis) sowie Handy-Apps mittlerweile eine große Rolle. So kann man mit der Rot-Kreuz-Defi-App den elektronischen Lebensretter in der VR-Bank sofort finden.


Kontakt zur Rettungsleitstelle

Der Defibrillator ist telefonisch direkt mit der Rettungsleitstelle in Schweinfurt verbunden. Der Ersthelfer erhält bei dieser verbesserten Version seine Anweisungen in persönlichem Dialog direkt aus der Rettungsleitstelle. Damit wird dem unerfahrenen Ersthelfer der natürliche Stress genommen. Zusätzlich erhält der Rettungsdienst durch gezielte Rückfragen konkrete Hinweise auf den akuten Zustand des Kranken. Mit diesem Defibrillator können sogar medizinische Laien ihren Mitmenschen im Falle von Herzrhythmusstörungen erst Hilfe leisten und damit Leben retten. Alle vier Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch am plötzlichen Herztod, alle 30 Minuten wird in Bayern ein Mensch reanimiert. Viele Menschen könnten heute noch leben, wenn sie schneller einen Elektroschock bekommen hätten, der das häufig auftretende Herzkammerflimmern beseitigen kann. Der Einsatz eines Defibrillators ergänzt die Maßnahmen der klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebung. Das Gerät bietet die Möglichkeit, den Notruf 112 direkt auf Knopfdruck am Defibrillator-Schrank oder durch das Öffnen des Deckels abzusetzen, damit professionelle Hilfe schnell herbeikommt. Die Bedienung ist denkbar einfach: Gerät einschalten, Elektroden aufkleben, Anweisung befolgen. Niemand muss Angst haben, etwas falsch zu machen. Man kann den Elektroschock nur auslösen, wenn das Gerät tatsächlich ein Herzkammerflimmern festgestellt hat. Die Kolpingsfamilie Garitz wird demnächst eine Einweisung in die Bedienung des Defibrillators anbieten. Denn "Erste Hilfe kann Leben retten".