Kristina Berndt fühlt sich wohl in Münnerstadt. Die 32-Jährige aus Melle (Niedersachsen) ist durch Zufall auf das Restaurant Rindhof aufmerksam geworden. "Ein Jagdkollege von meinem Vater hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Rindhof zur Verpachtung steht", sagt sie. Ihr Vater, Udo Berndt, hat seit vielen Jahren ein Jagdrevier in Münnerstadt, und ihre Stiefmutter, Karin Berndt, ist eine gebürtige Münnerstädterin. Abgesehen von ein paar Besuchen hatte Kristina Berndt bisher keine große Verbindung zu dem Lauerstädtchen. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.

Ausbildung und Studium

Kristina Berndt hat eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert und anschließend Tourismusmanagement mit Spezialisierung auf Hotel- und Gastgewerbe studiert. "Sechs Jahre lang habe ich Erfahrungen im asiatischen Ausland gesammelt", sagt sie. In Myanmar war sie, in Sri Lanka und auch in China. Als sie Ende letzten Jahres nach Deutschland zurückkehrte, stieg sie bei ihren Eltern ein, die ein Hotel mit Gaststätte in Hörstel (Nordrhein-Westfalen) betreiben. Und dann kam ihr Vater mit der Nachricht über das zu pachtende Restaurant am Rindhof und der Frage: "Hast Du nicht mal Lust auf was Neues?"

Kristina Berndt hat sich das Restaurant angesehen und war begeistert. Die Sache war klar. Einen Angestellten des früheren Pächters hat sie übernommen, alle anderen Mitarbeiter sind aus Nordrhein-Westfalen nach Unterfranken mitgekommen. Und wenn es einmal nötig ist, helfen ihr Vater und ihre Stiefmutter mit aus.

Die Geschäftsführerin setzt auf fränkische Küche. "Wir bringen aber einen modernen Twist mit rein", sagt sie. Viel Wild ist auf der Speisekarte zu finden. "Mein Vater ist ja Jäger, wir sitzen praktisch an der Quelle." Er und befreundete Jäger liefern das Wild. "Es wird nichts zugekauft", sagt sie.

Das Restaurant Rindhof am Golfplatz Maria Bildhausen wird natürlich von vielen Golfern besucht, aber nicht nur. "Viele Radfahrer und Ausflügler kommen" , hat sie festgestellt. Und weil die Eigentümer des Rindhofes, die Familie Weigand, auf zeitgenössische Kunst setzt, entwickelt sich das Areal immer mehr zu einer Kunsthochburg, wie sich gerade wieder mit der Ausstellung "Nivard II" zeigt.

Momentan hat das Restaurant von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 21 Uhr geöffnet und bietet durchgehend warme Küche an. Immer wieder gibt es spezielle Angebote. So läuft derzeit die Federweißer-Woche, eine Oktoberfest-Woche schließt sich an. Für die speziellen, wechselnden Menüs für Zwei ist eine Vorreservierung nötig.

Lange hat Kristina Berndt überlegt, ob sie die Gaststätte auch über den Winter offen halten soll. In der Vergangenheit war das Restaurant dann meist geschlossen. Die Entscheidung ist gefallen: Das Haus bleibt offen. Vom 25. Oktober bis zum 5. November sind Betriebsferien, dann geht es mit geänderten Öffnungszeiten und etlichen Aktionen weiter. In der Wintersaison ist von Donnerstag bis Samstag von 17 bis 22.30 Uhr geöffnet und am Sonntag von 10 bis 21 Uhr. Genießerfrühstück (Sonntag), Flammkuchen-Abende, Wild-Buffet sowie Ribs-, Steaks- und Bürgerabende werden das Angebot erweitern.

Gut eingewöhnt

Kristina Berndt hat sich in Münnerstadt gut eingewöhnt. "Ich mag es ruhig", sagt sie. Die 32-Jährige liebt es, mit dem Mountainbike durch die Natur zu fahren oder zu laufen. "Die Leute sind nett, sehr offen und herzlich", hat sie festgestellt, und auch die Mitarbeiter, die mitgekommen sind, fühlen sich wohl.

Glücklich ist auch der Clubmanager des Golfclubs Maria Bildhausen, Andreas Nill, mit der neuen Pächterin. "Wir sind total zufrieden", sagt er.