Lisa Schneider und Steven Schultz treffen mit ihrem Song "dance alone" (alleine tanzen) wahrscheinlich den Nerv vieler junger Menschen. "Ich vermisse meine Freunde und das Gefühl zu tanzen, seitdem Quarantäne der neueste Trend zu sein scheint", heißt es in dem original englischsprachigen Lied der beiden.

Die 29-Jährige singt unter ihrem Künstlernamen lisawanderlust darüber, wie sie die Nächte mit Freunden vermisst, bis morgens im Club zu tanzen und in die Musik einzutauchen. Gefunden haben sich die beiden über das Internet. Steven hatte ein Instrumental für einen Song gemacht und suchte eine Sängerin, die einen Text dazu schreibt. Das postete er im sozialen Netzwerk Instagram: "Mich hatte ein Kumpel markiert, daraufhin hat Steven mich angeschrieben und wir haben uns getroffen", erzählt die gebürtige Burkardrotherin, die mittlerweile in Schweinfurt lebt.

Aus Spaß wurde ein Song

Im September trafen sie sich und überlegten, wovon der Song handeln sollte. "Wir haben besprochen, um was es gehen soll. Ich meinte eher so aus Witz: Wir können ja einen Song darüber machen, dass wir gerade alle zu Hause sitzen, nicht weggehen und uns nicht mit Freunden treffen können. Und alles was wir machen können, ist alleine zu tanzen", erinnert sich Lisa.

Ihr Musik-Partner fand die nicht ganz ernst gemeinte Idee gut. "Es hat gepasst: Wir wollten einen Song, den jeder verstehen kann. Wir vermissen alle das Rausgehen, das Feiern gehen und die Nächte durchzutanzen", sagt die 29-Jährige.

Dance alone: "mehrfach aufgenommen, mehrfach den Songtext umgeschrieben"

"Die Grundidee für das Instrumental hatte ich nach ein bis zwei Tagen", berichtet Steven, der neben seinem Hobby als Biologielaborant arbeitet. Auch Lisa hatte schnell einen Text parat: "Der Text war innerhalb von einem Tag geschrieben. Weil das so alles war, was sich in der vergangenen Zeit so angestaut hat."

Im eigens aufgebauten kleinen Tonstudio des Waldfensterers machten sie sich an die Aufnahme. "Bis es dann wirklich fertig war, hat es drei bis vier Monate gedauert. Wir haben alles mehrfach aufgenommen, mehrfach den Songtext umgeschrieben, bis alles gepasst hat."

Videodreh mit Kontaktbeschränkungen

Beim Videodreh bekamen die Musiker die Unterstützung eines Freundes der 29-jährigen Sängerin. Dieser arbeitet als Videoproduzent und Fotograf unter dem Namen "nobudgetproduction", was auch das Motto der beiden Musiker war: "Wir hatten niemanden, der uns unterstützt, also kein Label was hinter uns steht, sondern haben alles aus eigener Tasche gestemmt", sagt Lisa Schneider.

Die Drehs fanden November und Dezember 2020 in Bad Kissingen, Schweinfurt und Würzburg statt. "Der Videodreh war ganz schön schwierig, wegen der Zwei-Haushalte-Beschränkung", erinnert sich die Sängerin. "Wir mussten deswegen alles einzeln bei den Menschen zu Hause drehen." Eigentlich war das nicht so geplant. Steven sagt: "Das war schon schräg. Wir mussten sehen, dass wir das einigermaßen legal hinbekommen. Der Videodreh selbst war eine sehr interessante Erfahrung."

Bereits im Look und auf Bayern 3 aufgelegt

AAm 11. Februar 2021 veröffentlichten sie den Song auf Musikplattformen wie Spotify, sowie Apple und Amazon Music. Auf der Videoplattform YouTube hat der Track mittlerweile rund 4400 Aufrufe und wird auch in Brasilien und Mexico gehört.

Für beide war das jedoch nicht das erste musikalische Projekt. Der Waldfensterer Hobby-Musikproduzent widmet sich schon seit fast acht Jahren der Musik. "So zielgerichtet mache ich das erst seit zwei Jahren, alles davor war nur ausprobieren." Eine Handvoll Songs hat er mittlerweile mit verschiedenen Künstlerinnen aufgenommen. Sie sind im Stil der Electronic Dance Musik (EDM): Eine Musikrichtung, der manche Lieder in den Charts angehören.

Der beliebteste eigene Song davon hat auf Spotify 230 000 Aufrufe. Im Januar war IIVEN sogar eine Stunde im Partyhitmix auf Bayern 3 zu hören. Auch in der Bad Kissinger Diskothek Look hatte er schon Auftritte - doch dann kam Corona. Neben EDM macht der Musikproduzent auch Rap- oder Popmusik.

Bei the "Voice of the Ocean" auf der Bühne

Lisa Schneider stand bereits einmal auf einer Bühne. In abgewandter Form von "The Voice of Germany" findet auf AIDA Kreuzfahrtschiffen "The Voice of the Ocean" statt. Sie war in die Blind Audition gekommen, bei der sie auf der Bühne ihren Song performte.

Mit dem Musik- und Entertainmentmanager, den sie dort kennenlernte, hatte sie später einen Song aufgenommen. "Mein Herz schlägt für EDM und ich habe von klein auf immer gesungen". Das Casting hatte den Knoten platzen lassen: Nachdem sie bei AIDA auf der Bühne stand, traute sie sich mit ihrem Gesang an die Öffentlichkeit.

Pläne für die Zukunft

Für die Beiden wird das jedoch nicht das letzte musikalische Projekt sein. Weil ihr Freund hauptberuflich Musikproduzent ist, arbeitet die 29-Jährige mit ihm zusammen an neuen Songs: "Wir haben derzeit zwei Kooperationen am Laufen. Ein Produzent ist aus Brasilien, einer aus London." Im Frühling diesen Jahres soll es soweit sein. "Kindheitsträume werden gerade wahr, Chancen soll man nutzen und das mache ich jetzt", sagt sie.

Auch Steven ist nicht untätig und bastelt schon an neuen Musikstücken:. "Es kommt bald der nächste Song raus, mit jemandem aus Offenburg, so in ein bis zwei Monaten. Auch mit Lisa ist wieder etwas geplant."