Die Mitarbeiter kamen sich beim Suchen der Unterlagen in die Quere, und das, obwohl Abstand angesagt war. Es war klar, so konnte es nicht weitergehen.

Nur sieben Wochen Entwicklungszeit

Ansgar Zimmer, zuständig für die IT im Landkreis, erinnerte sich an eine Mail, die ihm Dr. Jörg Geier wenige Wochen zuvor weitergeleitet hatte. In dieser Mail hatte die Firma Tree-IT Hilfe angeboten.

Der Kontakt war schnell hergestellt. "Es war zumindest einen Versuch wert", erinnert sich Zimmer. Schnell war für Söder und Kiesel klar, dass sie helfen werden. "In wenigen Telefonaten war das Technische klar", berichtete Zimmer von der unkomplizierten Zusammenarbeit. Die inhaltlichen Fragen wurden direkt mit dem Gesundheitsamt geklärt.

Nach nur sieben Wochen Entwicklungszeit, mit 300 Arbeitsstunden, stand die Anwendung. "Es ist kein Schnellschuss, davon zeugt die Qualität", lobt Zimmer die Anwendung, die dem Gesundheitsamt die Arbeit enorm erleichtere.

Vor drei Wochen wurde die Anwendung implementiert, die Daten sind übertragen worden. "Das System läuft", so Zimmer. Auch Dr. Denzel sprach von einer "unglaublichen Erleichterung."

Viele Infos verknüpft

Aus Datenschutzgründen wurde im Pressegespräch die Entwicklungsversion vorgestellt. Kiesel und Söder erläuterten die wichtigsten Bausteine. Für eine mit Covid-19 infizierte Person kann ein Datenblatt mit allen relevanten persönlichen Informationen angelegt werden. Die Kontaktpersonen werden erfasst, mit Querverweisen zu Test, Dokumenten und Quarantäne-Status. Fallverknüpfungen bei Ehepartnern oder Familienangehörigen werden ebenfalls aufgenommen, und je nach Fallkonstellation können Schriftstücke erzeugt werden. Die Telefonkontakte mit Informationen zum körperlichen Befinden können eingepflegt werden, und das System meldet, wann der nächst Anruf nötig ist. Eine To-Do-Liste zeigt auf den ersten Blick, welche Aufgaben zu erledigen sind. Es können auch Aufgaben an andere Personen delegiert werden, wie die Entlassung aus der Quarantäne bei einem negativen Corona-Test, was nur Ärzten vorbehalten ist. Loggt sich der zuständige Arzt sich in das System ein, ist für ihn sogleich ersichtlich, welche Beurteilungen anstehen.