In diesem Sinne gründete der damalige Kaplan Wilhelm Greier im Jahre 1928 in der Wirtschaft Schümm in Breitenbach auch einen "Katholischen Burschenverein", der jetzt sein 85-jähriges Bestehen feiert. Im Gründungsjahr hatten Ludwig Jehn aus Breitenbach und Otto Baus aus Mitgenfeld den Vorsitz inne. Der Verein beging am Pfingstmontag 1931 feierlich die Weihe der Vereinsfahne.
Die Burschen in Breitenbach und Mitgenfeld waren damals eifrig tätig mit Theateraufführungen, fröhlichen Feiern, Lichtbildervorträgen, Bildungsveranstaltungen und geselligem Beisammensein. Mit dem Erlös der Veranstaltungen trugen sie zum Kauf der neuen Kirchenglocken für die Kirche in Breitenbach bei, nachdem im ersten Weltkrieg die Glocken zur Waffenproduktion abgeliefert werden mussten. Zu Beginn der Nazizeit wurden dann praktisch alle Vereine und Organisationen, die sich nicht mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vereinbaren ließen, kurzerhand verboten, so auch der Burschenverein.
Als Kilian Weller im Jahr 1980 die alte Vereinsfahne bei Lehrer Ewald Philipp im Schulhaus zu Breitenbach fand, kam ihm der Gedanke, den Burschenverein wieder zu beleben. Zur Neugründung gab die Feuerwehr Breitenbach einen Zuschuss. In den Unterlagen des Vereins findet sich ein Dankesschreiben von Otto Baus an die "Neugründer", in dem er seinen "ausdrücklichen Dank an den anonymen Retter der Vereinsfahne" ausspricht.
Am 21. und 22. März 1987 war es dann soweit: Mit großem Festumzug und Festgottesdienst, an dem auch die befreundeten Burschenvereine aus Schondra und Motten sowie die Feuerwehren aus Breitenbach und Mitgenfeld und der örtliche Bürger- und Kriegerverein teilnahmen, wurde der neue "Katholische Burschenverein ,Bruder Klaus‘ Breitenbach-Mitgenfeld" aus der Taufe gehoben. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jugendkapelle Breitenbach-Mitgenfeld.
Als Patron wählte man sich den erst 1947 heilig gesprochenen Nikolaus von der Flüe (1417-1487), der auch Schutzpatron der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) und der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) ist. Wer Mitglied werden will, muss männlich und ledig, aber auch unbescholten und katholisch sein. Mit der Hochzeit, beziehungsweise mit einem von den Burschen gestalteten, zünftigen Polterabend, endet daher automatisch die Mitgliedschaft.
Als wichtigste Vereinsziele wurden die Förderung von Glaube, Sitte, Freundschaft und Heimatliebe genannt. Bei der Neugründung hatte der Verein 27 Mitglieder zwischen 15 und 22 Jahren, aktuell sind es 52. Und diese sind sehr sehr aktiv. So veranstalten sie jeden Sommer einen zweitägigen Burschenausflug. Letztes Jahr waren sie in Straubing auf dem Gäubodenfest sowie in Tirol im Ötztal zum Rafting. Dieser Ausflug fand so guten Anklang, dass sich die Verantwortlichen in diesem Jahr wieder für das selbe Ausflugsziel entschieden haben. Im August geht's wieder los. Beim Rafting werden die Burschen nun die Profi-Tour machen, die nur absolvieren darf, wer die Einstiegs-Tour gemeistert hat.

Festprogramm

Samstag, 22. Juni, 18 Uhr: Festzug von Breitenbach (Aufstellung am Alten Dorf) zum Festzelt auf dem DJK-Sportgelände. Anschließend Fest-
betrieb und Stimmungs-Musik mit DJ Dieter.
Sonntag, 23. Juni, 10 Uhr: Festgottesdienst in der Breitenbacher Kirche. Anschließend Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen im Festzelt.