So war Severin Pielesch (Zahlbach) begeistert von seiner Tätigkeit bei Takata-Petri Plastec GmbH. Sein Vater ist dort Verfahrensmechaniker für Kunststoff und hatte schon länger sein Interesse geweckt. "Ich habe dort alles ausprobieren dürfen, habe Teile sortiert, Werkzeug umgebaut und die Kunststofferkennungsproben gelernt."

So gehen ihm bei der Präsentation in der Aula der Schule auch Zungenbrecher wie Polyoxymethylen oder Acrylntril-Butadlen-Styrol mittlerweile flüssig über die Lippen. Anfangs noch etwas nervös, zeigt er immer wieder die Unterschiede von vier dargebotenen Kunststoffarten vor. "Ich zeige euch jetzt die Brennprobe", so endete seine Vorführung, und der Geruch brennenden Kunststoffs waren nicht gerade angenehm.

In seinem nächsten Praktikum in neunten Jahrgang möchte er mal "etwas Soziales "kennen lernen, aber er wird wohl wie sein Vater seinen Berufsweg als Verfahrensmechaniker für Kunststoff bei Takata-Petri machen: " Ich habe bereits eine Anfrage von der Firma."

Julie Grosse (Lauter) hatte im siebten Jahrgang bei einem Friseur mitgearbeitet, Haare waschen, Lockenwickler setzen dürfen und geföhnt. Heuer hat sie in den Beruf einer Raumausstatterin geschnuppert. "Mich hat die Vielseitigkeit und das Abwechslungsreiche an diesem Beruf gereizt", erzählt sie. "Ich habe dort viele Tätigkeiten gelernt." Streichen und tapezieren machte sie besonders gerne, das Polstern bereitete anfangs Schwierigkeiten, und sie zeigte gerne diesen Vorgang: "Ich muss den Stoff spannen, darauf achten, dass er keine Falten wirft, und ihn antackern."

Beruflich festgelegt hat sie sich noch nicht. "Im neunten Jahrgang möchte ich ein Praktikum in einem Altersheim machen." Berührungsängste hat sie nicht; "Ich bin gern mit Menschen zusammen."

"Seit fünf Jahren läuft das Projekt, Schüler auf die Arbeitswelt vorzubereiten. In der sechsten Klasse gibt es den Boys und Girls Day, in der siebten Klasse eine einwöchige Berufsorientierungswoche sowie in der achten eine weitere Orientierungswoche und das einwöchige Betriebspraktikum mit dem wöchentlichen Praxistag in den Betrieben. In der neunten Klasse endet die Berufsorientierung mit dem zweiten Betriebspraktikum und dem wöchentlichen Praxistag vor Weihnachten", sagt Rektor Wolfgang Halbig.