Vier Jungs, die seit Kindheitstagen Freunde sind, Musik machen und eine gemeinsame Band starten wollten - das war die Ausgangslage für "Schnogge" aus Burkardroth. Im November 2019 haben sich Felix Warmuth (23 Jahre, Gitarre), Jannis Wolf (23 Jahre, Bass) und Philipp Kirchner(25 Jahre, Gesang und Gitarre) "mal zum jammen" getroffen - sie machten einfach zusammen Musik, ohne großes Konzept oder den Anspruch an eine Musikprobe. Da die drei denselben Musikgeschmack teilen, war es aber schnell klar, das sich das ganze schnell in Richtung Punkrock entwickelte.

Erster Auftritt in Würzburg

Sie fingen an, Songs von Bands wie "Blink 182", "Green Day" und "The Offspring" zu spielen. Auf einmal waren sie eine Band.  Nach kurzer Findungs- und Probephase folgte im Januar 2020 die Live-Feuertaufe in der Kult-Kneipe "Standard" in Würzburg. Regelmäßig gab es dann Proben im Hause Kirchner. Dort stieß Johannes Kirchner (21) dazu, der die Gruppe zunächst am Cajon unterstützt und inzwischen den Part am Schlagzeug übernommen hat.

Musik bei Koan Noma Gitarrist Willi Kirchner gelernt

Überhaupt sind die Jungs alle musikalisch vorgeprägt. Philipp Kirchner lernte das Gitarrespiel bei seinem Vater Willi Kirchner (ehemals Koan Nome). Die beiden hatten schon einige gemeinsame Auftritte als "Father and Son" bei Geburtstagen, Hochzeiten und ähnlichen Feiern. Sein Bruder Johannes hat früher Klavier gespielt, bei Schnogge gibt er den Rhytmus vor. "Er hat sich kriminell schnell entwickelt", wird ihm bescheinigt.  Im Sommer belohnte er sich dann nach unzähligen Stunden auf der Kistentrommel mit dem ersten eigenen Schlagzeug und vervollständigte somit die Band. Das spielen am Schlagzeug hat er sich über Youtube-Videos selbst beigebracht.

Felix Warmuth und Jannis Wolf lernten als Jugendliche bei Willi Kirchner Gitarre. Da die Band Schnogge aber keine drei Gitarristen benötigt, entschied sich Wolf, auf den Bass umzusteigen. "Ihn für die Mädels etwas aufbauen", antworten seine Freude grinsend auf die Frage, warum er bei Schnogge mit dabei ist.

Ihr erstes Lied mit dem Titel "Run" schrieben sie bereits Anfang letzten Jahres, wobei Felix Warmuth den Text und die Melodie beisteuerte. Ihr Ziel ist es, ausschließlich eigene Stücke zu spielen und keine Coverband zu sein. Wobei der Punkrock der frühen 80er Jahre ihr Metier ist. "Gute Laune Punk",  nennen sie ihre Musik. Sie möchten unterhalten, Party machen und für gute Stimmung sorgen. Politische Botschaften gehören derzeit nicht in ihre Musik, wobei sie aber auch nicht ausschließen wollen, sich auch diesem Themenkomplex einmal zu widmen.

Trotz Corona gab es 2020 Möglichkeiten aufzutreten. Ihren ersten richtigen Auftritt hatten die  Punkrocker aus Burkardroth auf dem Sommerfest des Fallschirm-Sport-Zentrums Haßfurt. Der ersten eigens organisierten "Gig" folgte im September im Tanzlokal-Bierscheune in Bad Kissingen. Beide Auftritte kamen bei  Fans und Freunden sehr gut an. Die Jungs bedauern, dass die Umstände im vergangenen Jahr nicht mehr Auftritte zu ließen und sie nicht mehr Erfahrung sammeln konnten.

Bloodsuckers im heimischen Studio aufgenommen

Die gute Laune und den Spaß an der Musik lassen sie sich deshalb aber noch lange nicht vermiesen. Ihr Motto lautet: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!" Außerdem haben sie die Zeit sinnvoll genutzt. Es wurde an Merchandise und Band-Logo gearbeitet, sehr viel geprobt und ausprobiert. Zudem schrieben sie neue Songs, die mit viel Herzblut und mit Unterstützung von Willi Kirchner im heimischen Musikstudio eingespielt wurden. Große Unterstützung erhielten sie zusätzlich von ihrem Freund Alexander Hahn, der ihnen organisatorisch zur Seite stand.

So halten sie nun ihr erstes Album mit dem Namen "Bloodsuckers" in Händen. Es umfasst zwölf selbst geschriebene Songs, in denen es um typisch jugendliche Gepflogenheiten und Verhaltensweisen geht: den Umgang mit der ersten großen Liebe, Freundschaften, Partys. Das Album ist bei allen bekannten Streamingdiensten und als CD erhältlich. Auch auf Instragram, Facebook und Youtube ist die Band zu finden. Eine eigene Internetseite wird gerade aufgebaut. Der Name Schnogge hat keine tiefere Bedeutung und entstand aus Zufall. Schnogge ist der heimische Dialektbegriff für eine Stechmücke - da passt der englische Albumname Blutsauger gut dazu.

Sobald es wieder möglich ist, wollen die vier weiter Bühnenerfahrung sammeln. Gerne möchten sie ein Benefizkonzert in ihrer Heimatgemeinde geben, um den Menschen nach den langen Monaten im Lockdown einfach wieder Party und Spaß  zu ermöglichen.