Eine neue Idee zur künftigen Nutzung des ehemaligen Gasthauses "Zum Stern" in der Münnerstädter Straße hat Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) in der jüngsten Gemeinderatsitzung vorgestellt. Das Gebäude hat die Gemeinde erworben. Die zu Beginn des Jahres noch geltende Konzeption, man könne ohne größere Umbauten die im Obergeschoß vorhandenen Wohnungen vermieten, ist nach seiner Meinung unrealistisch.


Streit sei vorhersehbar

Zwischen den Mietern und dem Heimatverein, der den ehemaligen "Stern" als Museumsgaststätte betreiben möchte, seien Streitereien vorhersehbar, so Harald Hofmann. Er legte dem Gemeinderat seine alternative "Vision" vor. Sie könne allerdings nur Wirklichkeit werden, wenn die Gemeinde mit einem staatlichen Förderprogramm kräftig bezuschusst werde.
Harald Hofmann schlug vor, die Räume im 1. und 2. Stock vollständig zu "entkernen" und den entstehenden großen Raum - bis zum Dach - als "Bürgersaal" zu nutzen. Ein behindertengerechter Aufzug sollte eingebaut werden. Der Heimatverein Nüdlingen werde in Kürze das ehemalige Gasthaus "Zum Stern" mit minimalen Mitteln als Museumsgaststätte betreiben.
Seine "Vision" bezeichnete Bürgermeister Hofmann als "charmante Idee". Es gehe nun darum, dass von einem Spezialisten ein Konzept ausgearbeitet werde, das man als Grundlage für die Förderung einreichen könne. Die Gesamtkosten bezifferte der Bürgermeister grob geschätzt mit zwei Millionen Euro.
Zweiter Bürgermeister Edgar Thomas (CSU) unterstützte die Idee Harald Hofmanns. "Ich möchte auch, dass etwas Gescheites gemacht wird", sagte er. Volker Schäfer (SPD) äußerte sich so: "Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, denn eine Förderung bedeutet auch Verwendung von Steuergeldern." Für den Heimatverein sieht er das Konzept positiv. Bedenken hatte er, weil dann vorhandene Räume im Gebäude nicht mehr als Notwohnungen zur Verfügung stünden. Im Übrigen seien die geschätzten Kosten immens. Aber die Idee, ein Konzept erstellen zu lassen, sei okay.
"Wir müssen nochmal eine Besichtigung im Stern machen", meinte Franz Weber (CSU). Anita Haub (Bürgerblock) verwies darauf, dass man vor der Bevölkerung die hohen Kosten zu rechtfertigen habe. Es gebe auch andere wichtige Dinge zu tun.

Gutachten für rund 4000 Euro

Volker Schäfer meinte, die Kosten für das Gutachten in Höhe von gut 4000 Euro seien vertretbar, aber die Vorstellung, man könne 8O Prozent Zuschuss bekommen, sei unrealistisch. Uwe Beer (CSU) war von Hofmanns Vorschlag begeistert. "Ich finde, es ist eine wunderbare Idee, dass der Schandfleck von Nüdlingen auf die Tagesordnung kommt. Lasst uns in einem Konzept Ideen entwickeln und den Dorfkern wieder aufleben lassen", meinte er.
Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig, ein Konzept für die künftige Nutzung des "Stern" erstellen zu lassen. Er genehmigte die Kosten dafür, die 4100 Euro betragen.