Eine Besichtigung mit Baustandsbericht des leitenden Architekten Harald Rüger am Anbau der neuen gemeindlichen Kita in Poppenlauer stand am Anfang der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Dazu begrüßte der wieder genesene Bürgermeister Johannes Wegner (FBuU) die Räte. Er wurde gleich mit gezielten Fragen von Marktgemeinderat Winfried Streit (BBlPo) zu Mehrkosten und weiteren Punkten konfrontiert. Sowohl Wegner als auch sein Stellvertreter Diethard Dittmar (SPD) und der Architekt verwiesen - leicht angesäuert - auf die nachfolgende Sitzung im Rathaus, wo die Fragen beantwortet werden sollten.
Dort gab Bürgermeister Wegner seiner Freude darüber Ausdruck, dass er seine Arbeit im Rathaus wieder aufgenommen hat. Er habe sich in seiner Abwesenheit auf seinen Stellvertreter Diethard Dittmar verlassen können und bedankte sich dafür. Dann kam jedoch die überraschende Aussage des Bürgermeisters, dass er sich für die nächste Legislaturperiode aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stelle, was das Gremium überraschte.

Arbeiten im Zeitplan

Architekt Rüger hatte zuvor sowohl den Baufortschritt erläutert als auch die künftige Raumaufteilung mit Mehrzweckraum, Küche, Gruppenräumen und den Übergängen in den künftigen Spielbereich. Erläutert wurden auch die technischen Funktionen wie Heizung, Kanalisation und Hochwasserschutz. Die Anbindung zum bisherigen Kindergarten steht kurz bevor, auch die Fertigstellung der Decke über dem Mehrzweckraum an der Hauptstraße ist bald fertig. Die Installationsarbeiten können beginnen, man sei im Zeitplan, die Arbeiten seien bisher unfallfrei verlaufen, und es habe eine angenehme Zusammenarbeit mit den Firmen gegeben, sagte der Architekt abschließend.

Vergabe der Gewerke

Danach standen die einzelnen Vergaben der Gewerke für die gemeindliche Kita in Poppenlauer sowie einige Nachträge zu ursprünglichen Angeboten auf der Tagesordnung. Für die Vergabe von Metallbau-, Schlosser- und Sonnenschutzarbeiten erhielt mit dem wirtschaftlichsten Angebot die Firma Vorndran (Kleinwenkheim) mit 237 426,42 Euro den Zuschlag; für Putz-, Maler- und Lackierarbeiten die Firma Gessner (Nüdlingen) mit 68 146,37 Euro, für Trockenbauarbeiten mit Dämmung die Firma Greubel (Eltingshausen) mit 60 080,53 Euro. Für die Bodenbelagsarbeiten erhielt die Firma Ortloff (Hohenroth) für 31 499,30 Euro den Zuschlag; für Naturwerkstein-, Fliesen- und Plattenarbeiten die Firma Denner (Weichtungen) mit 26 221,14 Euro, für Tischlerarbeiten und WC-Trennwände die Firma Holzinform (Bad Königshofen) mit 27 571,18 Euro.
Nachträge mussten befürwortet werden: Für das Gewerk "Heizung- und Lüftungsarbeiten", wo der Pelletraum und Wasseranschluss Mehrkosten über 3336,76 Euro bei der Firma Kraus (Hammelburg) verursachen. Die Auftragssumme beträgt nun 88 989,62 Euro. Ebenso gab es Mehrkosten beim Gewerk "Erd-, Endwässerungs-, Maurer- und Betonarbeiten" der Firma Hub (Maßbach, Leistungsverschiebungen und Brandschutz) mit nunmehr 399 776,35 Euro sowie beim Gewerk "Dachabdichtungs- und Begrünungsarbeiten" der Firma Handschuh (Schweinfurt, Abdichtung und Absturzsicherung) mit nunmehr 135 604,25 Euro bei 9113,45 Euro Mehrkosten.
Für die evangelische Kita in Maßbach musste der Marktgemeinderat der Aktualisierung der Bedarfsanerkennung der Regierung von Unterfranken als Bewilligungsbehörde dem künftigen Raumprogramm zustimmen. Ausgangspunkt war die Errichtung einer weiteren Krippengruppe für zwölf Kinder unter drei Jahren. Die Plätze für Regelkinder werden auf 50 (bisher 100) Kindergartenplätze angepasst.

Schäden an Tennisplätzen

Eine Anfrage von Gemeinderat Georg Kirchner (BBlPo) betraf die jüngsten Niederschläge, die zu erheblichen Schäden an den Tennisplätzen des TV Poppenlauer führten. Schuld daran sei der in gemeindlicher Verantwortung stehende Mittelberggraben, der von Weichtungen kommend wegen seines Durchlasses und Bewuchses zur Verstopfung geführt habe. "Man muss sich Gedanken machen, wie man dem begegnen kann", sagte Bürgermeister Wegner. Man habe hier bei der Flurbereinigung Maßnahmen versäumt, habe aber mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kontakt aufgenommen.
Georg Kirchner verwies auf frühere Aussagen und sagte, dass seit 25 Jahren nichts passiert sei. Seine Anschuldigung ging dabei auch an den gemeindlichen Bauhof, wogegen sich Bauhofleiter Brust wehrte. Brust bezeichnete gar eine Säuberung des Grabens als kontraproduktiv. Die Verjüngung der Rohre in Richtung Lauer sei mit dem WWA abgestimmt. Einig war man sich, dass wohl nur das Auffangen größerer Wassermengen weiter außerhalb sinnvoll wäre. Wegner sah kein schnelles Konzept und keine schnelle Lösung in Aussicht. Gegen Naturereignisse gebe es kein fertiges Konzept. Ob die Versicherung für Schäden eintritt sei ungewiss. Eine Schadensaufstellung sei nötig, sagte er in Richtung TV Poppenlauer.
Gerd Pfister (FBuU) brachte noch den Hinweis, dass der Landschaftssee bei Poppenlauer stark veralgt sei. Eine Ortseinsicht soll zu erforderlichen Maßnahmen verhelfen.