Manuel Schäfer hat sich alles angeschaut. Für seinen Berufswunsch absolviert er Praktika, wobei er im Bereich der Kunststoff-Mechaniker viel Interessantes fand. Die Veranstaltung findet er sehr gut, denn: "Es werden wirklich sehr viele Informationen geboten - und vieles wird von Azubis erklärt."

Die Initiatoren - Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, die Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen und die Staatliche Berufsschule Bad Kissingen - orientierten sich mit ihrem Programm vor allem an der Praxis von fast 100 Berufen. Jeder Fachbereich hatte Schüler vor Ort, außerdem unterstützten Vertreter aus Innungen und Betrieben die Bemühungen. Darüber hinaus boten im Foyer und auf der Galerie die Betriebe Informationen über ihre Ausbildungsmöglichkeiten an - ergänzt von den Institutionen aus Handwerk, Industrie, Handel und die Bundesagentur für Arbeit. Bewerbungstraining und Persönlichkeitstraining konnten die Besucher ebenfalls nutzen.

Nadine Hutter wird im ersten Jahr als Drechslerin ausgebildet. Ihren Wunschberuf stellte sie beim BIT vor: Für die Berufsschule drechselte sie Ostereier. Noch auf der Suche ist dagegen André Winterstein aus Reith. Der 15-Jährige aus der 9. Klasse der Mittelschule möchte Koch werden und hat schon zahlreiche Bewerbungen geschrieben. Weil es nach dem Vorstellen nicht weiterging, sieht André Winterstein für sich kaum Chancen in der Hammelburger Gastronomie. Vom BIT erhoffte er sich Kontakt mit Betrieben von außerhalb. Seine Mutter sieht noch eine Alternative: "Entweder geht André in die M10 oder an die Berufsfachschule für gastronomische Berufe. Dann ist er fast 17 Jahre und hat es in der Gastronomie leichter." Andrés Schwester hat es so gemacht und wird nun als Restaurantfachfrau ausgebildet.


Infomaterial war schnell vergriffen



Für Thomas Schlereth von der Bundesagentur für Arbeit hat sich am BIT im Vergleich zu den letzten Jahren nichts verändert. "Ich kann den Eindruck nicht bestätigen, dass es weniger Schüler sind", so seine Einschätzung. Was ihn überrascht hat, war, dass das Informationsmaterial für Studiengänge so schnell weg war. Seine Theorie ist: "Wir sind in der Mittel- und der Realschule immer gut vertreten, bloß im Gymnasium nicht." Auch Jonas Fuchs ist mit seiner Ausbildung zum Maler und Lackierer zufrieden. Er ist zwar erst im ersten Ausbildungsjahr, doch auf dem Berufsinformationstag zeigt er den interessierten Gästen, wie das "Vergolden" funktioniert. "An so etwas kommt man im Betrieb nicht dran. Das haben wir in der Berufsschule gelernt."

An etwas Ausgefallenes wagt sich auch Angela Müller. Im Fachbereich Wirtschaft informiert sie sich bei Anja Meitsch über den Ausbildungsberuf "Bestattungsfachkraft". Die 17-jährige Absolventin des BBZ Münnerstadt möchte in einem Bestattungsunternehmen ein Praktikum machen. Scheu hat sie vor dem Umgang mit Sterben, Tod und Trauer nicht, aber immerhin hat sie auf dem Berufsinformationstag eine Alternative gefun den: Rettungssanitäterin. Mit Jessica Jaufmann und Marinna Nöth standen zwei Ausbildende zur Sozialversicherungsfachangestellte zur Information bereit. Die beiden finden, dass die Kinder meist zu schüchtern sind. Die Vertreter beim BIT würden daher oft mit den Eltern sprechen. Dabei gäbe es so viel zur Ausbildung und zu den Voraussetzungen zu erzählen.