Sie könnten stolz auf ihre Leistungen sein. Die Bestätigung dafür seien die Abschlusszeugnisse, die ihnen die Möglichkeit eröffneten, ihren Beruf anzutreten. Dazu begrüßte er auch eine dreiköpfige Abordnung der 16 externen Prüflinge aus München. Sie hatten als Prüfungsgäste ihre Examina mit ihren Münnerstädter Kollegen geschrieben.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Absolventinnen und einem Trompeten-Quartett mit Harry Koch.

104 mit mittlerem Abschluss

Von den 127 Absolventen haben sich 62 als Kinderpfleger, 38 als Sozialbetreuer, 15 als Hauswirtschafter und zwölf als Helfer Ernährung und Versorgung qualifiziert. Insgesamt verlassen laut Koch 104 der 127 die Berufsfachschule mit einem mittleren Schulabschluss. Er hob lobend hervor, dass eine ganze Reihe von ihnen "Super-Abschlüsse" erreicht haben. Denen, die ihr Ziel nicht erreicht haben, riet er, den Kopf nicht hängen zu lassen und weiterzumachen, damit auch ihnen unter Aufbietung von Selbstdisziplin Erfolg beschieden sei.
Damit leitete er über zum Thema seiner Abschlussrede: "Selbstdisziplin, die Grundlage eines erfolgreichen Lebens". Er riet den Berufsanfängern: "Wenn Sie im Leben etwas erreichen wollen, dann brauchen Sie ein gewisses Maß an Selbstdisziplin." Darunter verstehe er unter anderem die Fähigkeit, das zu tun, was man sich vornimmt. Erfolgreiche Menschen besitzen meist eine große Portion davon. Sie setzen sich Ziele, kennen ihren Weg und lassen sich auch durch vielerlei Hindernisse nicht davon abbringen. "Wie war das während ihrer Schulzeit? Hatten Sie sich Ziele gesetzt? Haben Sie den Ablenkungen widerstanden?, fragte er.
In diesem Zusammenhang schilderte die Einser-Absolventin Daniela Söder aus Waldberg bei einem Gespräch mit unserer Zeitung am Randeder Feier ihren hart erkämpften Werdegang hin zur Kinderpflegerin. Die 41-jährige Lebensmittelverkäuferin, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Töchter, kämpfte lange mit sich, aus ihrem Beruf als Kauffrau auszusteigen, um sich trotz ihres Alters noch ihren Traum zu erfüllen, Kinderpflegerin zu werden.
"Ich liebe die Arbeit mit Kindern über alles", sagte sie und strahlte. Sie wusste ja schon, dass sie es gepackt hatte nach zwei Jahren Schule und wöchentlich einmaligem Praxistag im Kindergarten in Burkardroth. Sie sei froh, den Schritt gewagt zu haben, mit 40 noch einmal die Schulbank zu drücken. Der Entschluss sei lange nicht so sicher gewesen, zumal ihr der Chef des Berufsbildungszentrums, Harry Koch, wegen ihres hohen Alters von ihrem Vorhaben abgeraten habe. Ihr Mann jedoch habe sie unterstützt und zugeraten, das Wagnis einzugehen. Gelinge das Experiment nicht oder bekomme sie keine Arbeitsstelle, habe er sie ermuntert, könne sie sich keine Vorwürfe machen.