Gerade im Landkreis Bad Kissingen wohnen viele in kleinere Gemeinden. Wenn man nicht in der Stadt lebt und mit dem Auto zum Arbeitsplatz pendeln muss, hat man es gerade schwer. Stetig klettern die Benzin- und Dieselpreise in die Höhe. Ein Ende davon ist nicht in Sicht. Doch wieso sind die Preise momentan so hoch und wie setzt sich der Benzinpreis überhaupt zusammen?

Das sind die Gründe für die Preisexplosion bei Benzin und Diesel

Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig. Der Hauptgrund ist jedoch, dass der Ölpreis in den vergangenen Monaten stark gestiegen ist, als die Wirtschaft langsam begann, sich von den Folgen von Corona zu erholen. Aufgrund der Krise war die globale Nachfrage stark gesunken, die Opec-Staaten reduzierten deshalb ihre Fördermenge. Bis diese sich wieder auf Vor-Corona-Niveau befindet, kann es noch dauern.

Steuern führen zu Mehrkosten

Anfang des Jahres wurde zudem die Mehrwertsteuersenkung aufgehoben, weshalb wieder mehr Steuern anfallen. Außerdem trat im Januar 2021 die CO2-Steuer in Kraft, bei der umgerechnet 25 Euro pro verursachter Tonne CO2 fällig werden. Dieser Preis wird jährlich angehoben. Da im Herbst die Nachfrage nach Heizöl steigt, kommt es auch beim Dieselpreis zu saisonbedingten Erhöhungen. Ein weiterer Grund für die hohen Spritpreise ist der schlechte Wechselkurs des Dollars, in dem Öl gehandelt wird. Ein Dollar kostet jetzt 0, 86 Euro, im Januar waren es noch 0, 81 Euro.

Landkreis Bad Kissingen: Das sagen Pendler zu den hohen Benzinpreisen

Oskar Soliga aus Bad Kissingen trifft der Anstieg nicht so hart. Er arbeitet im Home-Office, fährt aber auch öfters zu Kunden. Das summiert sich aber dennoch: Im Jahr kommen so ca. 30 000 Kilometer pro Jahr zusammen; zum Vergleich: 11 733 Kilometer fährt ein Deutscher durchschnittlich im Jahr. Die Fahrtkosten werden vom Arbeitgeber übernommen, er hat dazu eine Tankkarte. Er erinnert sich: "Vor sieben, acht Jahren waren die Spritkosten noch teurer." Tatsächlich war laut dem ADAC 2012 das teuerste Tankjahr mit einem Durchschnittswert von 1,598 Euro pro Liter Super E10 und 1,478 Euro pro Liter Diesel. Zum Vergleich: dieses Jahr sind es bis Oktober 1,498 Euro pro Liter Super E10 und 1,355 Euro pro Liter Diesel. Billig seien die Preise heutzutage jedoch nicht, so Soliga.

ÖPNV ist schlecht ausgebaut

Anders geht es Barbara Brand aus Breitenbach bei Oberleichtersbach, die täglich über 20 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz nach Bad Kissingen pendelt. "Es ist schon fast ein Luxus, ein Auto unterhalten zu müssen", findet sie. Alternative Fortbewegungsmittel gebe es keine. "Im Dorf fährt der Schulbus ja schon selten. Das Auto wird da wirklich gebraucht. Ohne geht es nicht."

Sinken die Spritpreise in Zukunft wieder?

Ohne geht es auch nicht für Thomas Rentel aus Landsberg am Lech, der gerade auf der Durchreise nach Hannover ist. Während Corona sei Flaute gewesen, jetzt laufe sein Geschäft, für das er unterwegs ist, langsam wieder an. Er reist oft nach Norddeutschland: "Die hohen Spritpreise treffen mich schon, schließlich bin ich der Chef meines Unternehmens und muss selbst die Spritkosten zahlen." Man wisse nicht mehr, was besser sei, fügt der Geschäftsmann an, Benzin oder Diesel.

Fest steht: Bis die Spritpreise wieder sinken, wird es wohl noch längere Zeit dauern. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen ging im MDR sogar so weit zu sagen, dass sie in Zukunft gar nicht mehr niedriger werden.

Eine Alternative zum Auto haben die Wenigsten im Landkreis Bad Kissingen. Solange der öffentliche Nahverkehr nicht gut genug ausgebaut ist und Dörfer nicht gut angebunden sind, ist das Auto eine Notwendigkeit, auf die viele nicht verzichten können.