Martin Hoos von MH Energietechnik in Schwärzelbach teilt diese Einschätzung. "Für Anlagen mit einer Leistung bis zu zehn Kilowatt werden 18,92 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Das kann sich schon noch lohnen", so Hoos.
Diese kleineren Anlagen erhalten nur noch für 80 Prozent des erzeugten Stroms den garantierten Einspeisevergütungssatz. Die übrigen 20 Prozent können selbst genutzt werden. "Hier muss ein Umdenken stattfinden: Der Strom vom eigenen Dach muss nicht verkauft werden. Die Haushalte können ihn auch selbst verbrauchen", erklärt Daniel Röper, Pressesprecher der Handwerkskammer Unterfranken.
Der Strompreis liegt momentan bei etwa 24 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Eine Durchschnittsfamilie benötigt etwa 4000 kWh im Jahr. Solaranlagen erzeugen je Quadratmeter schätzungsweise 85 bis 90 Kilowattstunden jährlich.
Wegen der veränderten Bedingungen sei eine gute Beratung momentan wichtiger denn je, betont Röper. Diese Ansicht vertritt auch Elektrotechniker-Meister Gerlach: "Das Gesetz macht einiges undurchsichtiger und somit schwieriger." Diese Unsicherheit führe auch dazu, dass Kunden andere Investitionen vorziehen, wie etwa die Renovierung ihres Dachs.

"Klarheit für die Kunden"


Die Zahlen der Bundesnetzagentur belegen diesen Trend. Im April dieses Jahres wurden im Altlandkreis Hammelburg nur noch 22 neue Anlagen in Betrieb genommen, im März waren es noch 35 gewesen. Martin Hoos blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: "In letzter Zeit gab es deutlich weniger Aufträge, aber die Lage wird sich stabilisieren", erwartet er. Das neue Gesetz bringe nämlich endlich Klarheit für die Kunden.
Die Gesamtleistung aller Fotovoltaikanlagen in Deutschland beträgt derzeit rund 28 Gigawatt. Die gesetzliche Neuregelung sieht vor, bis zu einem Anstieg auf 52 Gigawatt die Förderung beizubehalten - danach bleibt sie aus. "Das kann dazu führen, dass jetzt noch schnell größere Anlagen gebaut werden, um die Förderung mitzunehmen", vermutet Daniel Röper von der Handwerkskammer.
Auf der einen Seite wurde die Förderung gekürzt, auf der anderen Seite sind aber die Preise für Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen Jahren auch stetig gesunken. Dies liegt vor allem an der Konkurrenz aus China. "Die Vergütung passt sich an die niedrigeren Kosten der Solarmodule an", erklärt Elektrotechniker-Meister Gerlach.

Von 5000 auf unter 2000 Euro


Vor sechs Jahren lag der Preis pro Kilowatt Peak installierter Leistung noch etwa bei 5000 Euro, heute sind es unter 2000. Für ein Kilowatt Peak Leistung benötigt eine Anlage etwa acht bis zehn Quadratmeter Fläche. Sie erzeugt jährlich etwa 700 bis 900 Kilowattstunden Strom.
Laut Bundesverband Solarwirtschaft brach der Umsatz der Handwerker, Großhändler und Produktionsunternehmen im Bereich Photovoltaik im April um etwa 50 Prozent ein. Vor allem große Betriebe, die sich auf die Solarenergie spezialisieren, sind hiervon betroffen. Die kleineren Firmen haben dagegen oft noch andere und zumeist wichtigere Standbeine.