Die Gemeinde hatte beschlossen, den überalterten Bauwagen, der als Jugendtreff genutzt wird, auszutauschen. Jetzt beschwerte sich ein Anwohner aus dem angrenzenden Baugebiet schriftlich beim Bürgermeister.

Er klagte über Lärm- und Rauchbelästigung. Zudem erinnerte der Betroffene an die Versicherungspflicht und an die Verantwortung der Gemeinde. Die lehnte der Gemeinderat allerdings schon in seiner Junisitzung klar ab. Er versteht sich nur als Beschaffer, nicht aber als Verantwortlicher für den Bauwagen. Eine offizielle Genehmigung für ausrangierte Bauwagen als Jugendtreff lehnt das Landratsamt ab. Die Gemeinde handelt also "auf eigene Rechnung" und setzt auf Vertrauen.

Gemeinderat Norbert Schmitt meinte nach einem Besuch am Bauwagen: "Es ist ein Durcheinander und ein Zustand. Wir müssen an die angrenzenden Bürger denken, aber auch daran, wie wir den Jugendlichen etwas bieten können". Günter Sauer warb dafür, den betroffenen Anwohner und die Jugendlichen zu einem Gespräch zusammenzubringen und einen Kompromiss zu finden. "Es wäre nicht vorteilhaft, wenn wir unseren Beschluss wieder umstoßen", fügte er hinzu.

Der anwesende Hausbesitzer betonte, dass er nichts gegen Jugendliche habe. "Sucht jemanden, der dort oben die Verantwortung übernimmt. Mit der Mehrheit der jugendlichen Nutzer kann man reden, es sind immer nur ein paar Ausnahmen, die auffallen", ist er überzeugt.

Keine Lösung wäre für Bürgermeister Thomas Hack die Verlagerung des Bauwagens in einen Außenbereich, denn "die Gemeinde kann nicht auf allen Plätzen im Dorf die Verantwortung tragen". Hack will mit den Teenagern reden, im Extremfall einschreiten oder die Polizei informieren will. Der Rat behielt seinen Beschluss bei, stellt aber "nur unter Einhaltung der allgemein gültigen Regeln ein Bauwagen weiter zur Verfügung". Das heißt: Keine Ruhestörung, kein Feuer, keinen Rauch.