Er sei Mitglied einer Sondereinheit und befreie Kinder aus den Fängen eines russischen Kinderpornorings - mit dieser Masche soll ein Fußballtrainer seine Schützlinge gelockt haben, um an intime Aufnahmen zu kommen.

Was skurril klingen mag, konnte der Mann offenbar glaubwürdig vermitteln. Er bekam Bilder und Videos, zudem soll er sich sexuell an den Minderjährigen vergangen haben. Nun wurde er verurteilt.

Update vom 30.11.2020, 13.37 Uhr: Mehrere Jahre Haft für Ex-Trainer wegen Kindesmissbrauchs

Weil er sich Nacktaufnahmen von jungen Spielern beschafft hat, muss ein ehemaliger Fußballtrainer mehrere Jahre ins Gefängnis. Der 21-Jährige wurde am Montag (30.11.2020) zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt, wie ein Sprecher des Landgerichts Schweinfurt mitteilte.

Nach Auffassung des Gerichts brachte der Ex-Trainer neun Buben eines Bad Kissinger Fußballvereins unter einem Vorwand dazu, ihm Nacktaufnahmen von sich zu schicken. Zudem habe er sich an drei Minderjährigen vergangen. Die Taten ereigneten sich im Zeitraum von Oktober 2017 bis Februar 2020 - damals waren die Spieler zwischen elf und 13 Jahre alt.

Eines der Opfer hatte sich schließlich seinen Eltern anvertraut - diese erstatteten Strafanzeige. Nach und nach kamen mehr Vorfälle ans Licht. Im Februar 2020 wurde er festgenommen, Ende Oktober begann der Prozess größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Vor Gericht gestand der ausgebildete Erzieher und Kinderpfleger die Taten vollumfänglich.

Update vom 25.11.2020, 16.30 Uhr: Jugendtrainer gesteht Missbrauch - Mehrjährige Haftstrafen gefordert

Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben sich für mehrjährige Haftstrafen wegen Kindesmissbrauchs für einen ehemaligen Fußballtrainer aus Unterfranken ausgesprochen. Eine Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monate forderte die Staatsanwaltschaft für den 21-Jährigen, wie ein Gerichtssprecher des Landgerichts Schweinfurt am Mittwoch (25. November 2020) mitteilte. Die Verteidigung plädierte auf sechs Jahre und sechs Monate Jugendstrafe. 

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, Nacktaufnahmen von insgesamt neun Mitgliedern eines Bad Kissinger Fußballvereins im Alter zwischen elf und 13 Jahren beschafft zu haben. Zudem habe er sich an drei Minderjährigen vergangen. Der ehemalige Trainer gestand vor Gericht, sich an seinen Schützlingen vergangen zu haben.

Die Taten ereigneten sich im Zeitraum von Oktober 2017 bis Februar 2020. Eines der Opfer hatte sich seinen Eltern anvertraut - die Strafanzeige gegen den Trainer erstatteten. Seit Februar 2020 sitzt der Deutsche in Untersuchungshaft.

Die Verhandlung fand vorwiegend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da die Inhalte intime Details des Angeklagten und der Kinder berührten. Auch die Plädoyers wurden in einer nicht-öffentlichen Sitzung gehalten. Das Urteil soll am kommenden Montag (30.11.) fallen.

Erstmeldung vom 26.10.2020: Jungendtrainer vergreift sich an Minderjährigen

Von Freitag an (30. Oktober.2020) muss sich der 21-Jährige für die mutmaßlichen Taten vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten.

In der Funktion eines Fußballtrainers, eines Vertrauten, soll er sich den Kindern und Jugendlichen genähert haben. Dabei erzählte er ihnen laut Anklage von einem kriminellen Ring aus Russland, den er als "Mafia" bezeichnete und dem es gelungen sei, die Handys von Mannschaftsmitgliedern zu hacken. Die Kriminellen hätten somit das Duschen filmen können und die Bild- und Videoaufnahmen ins Internet gestellt.

Trainer droht Entführung an: Kinder schicken Nacktfotos

Der Trainer gab vor, einen "Filter" entwickelt zu haben, mit dem die Nacktbilder und -videos der Kinder aufgespürt und gelöscht werden könnten. Dafür müssten sie zum Abgleich intime Aufnahmen an ihn schicken und einen Fragebogen mit Details zum Intimbereich ausfüllen. Einige Kinder machten laut Anklage die Aufnahmen und leiteten sie in Whatsapp-Chats an den Angeklagten weiter.

Um sie so weit zu bekommen, habe der Angeklagte sie auf verschiedene Weisen manipuliert. In einem Fall soll er eine bevorstehende Entführung eines Teammitglieds durch die Russen-Mafia vorgegaukelt haben, sollte das Opfer nicht weitere Bilder und Videos schicken, um die vermeintlichen Entführer zu besänftigen. 

Auf einen anderen Minderjährigen wirkte er über fünf Monate hinweg ein, indem er erzählte, die Mafia plane die Entführung des 13-Jährigen. Er solle mit ihm die Praktiken durchführen, um abzuhärten, schließlich würde es bei der Mafia schmerzhafter zugehen. Auch soll er sich das Spiel "Strip-FIFA" ausgedacht haben, bei dem derjenige, der ein Gegentor in dem Computer-Fußballspiel kassiert, ein Kleidungsstück ablegen muss.

Trainer seit Februar in Untersuchungshaft: Prozessauftakt am Freitag

Die Taten ereigneten sich im Zeitraum von Oktober 2017 bis zur Festnahme im Februar 2020. Zuvor sei der 21-Jährige den Behörden wegen Sexualdelikten nicht aufgefallen. Der Verdächtige aus dem Landkreis Bad Kissingen sitzt seit Mitte Februar in Untersuchungshaft. Bei seiner Befragung sei er weitestgehend verständig gewesen, heißt es seitens der Ermittler. Wegen der Corona-Beschränkungen und des zu erwartenden Interesses der Öffentlichkeit wird die Kammer den Prozessauftakt am Freitag in der Schweinfurter Stadthalle verhandeln.