Die Bad Kissinger Kultkneipe "Eule", wie "Zoom Eulenspiegel" in der Bürgerschaft seit Jahrzehnten fast liebevoll genannt wird, ist gerettet, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt vom Dienstag. In der Vergangenheit hatte es Skepsis über die Zukunft der Eule gegeben. In Verhandlungen zwischen dem Pächter Christian Hänsch und dem Eigentümer des Objekts, der Stadt Bad Kissingen entwickelte sich schnell eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, heißt es in der Mitteilung weiter.

Win-Win-Situation

"Als Ergebnis der Gespräche haben wir die Wohnung im Obergeschoss des Gebäudes aus dem Pachtvertrag herausgenommen, sodass die Pacht aufgrund der geringeren zu vermietenden Fläche gesenkt werden konnte. Wir brauchen tagsüber den Platz für die Stadtverwaltung. Diese Nutzung passt perfekt zur Nutzung als Kissinger Kultkneipe zu späterer Stunde", so Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, für den die neue Konstruktion eine "Win-Win"-Situation für beide Seiten ist. Damit sei "die Eule" vorerst gesichert.

Neue Arbeitsplätze fürs Rathaus

Im Rathaus habe Platznot geherrscht. Nun sollen in die Wohnung im Obergeschoss neue Arbeitsplätze kommen, berichtet Hänsch. Eine praktische Lösung sei das: "Sie gehen heim, wir machen auf."

1140 Euro "Minimum" zahlte er bisher für die Umsatzpacht. Jetzt sind es ab Januar 850 Euro. Hinzu kommen Kosten für Strom, Gas und Versicherungen. Den neuen Pachtvertrag bezeichnet Hänsch als "fair".

Im Moment steht die Wohnung noch leer. "Sie kostet mich einen Haufen Geld, um sie warm zu halten. Sie ist sehr schön. Altbau und recht groß, etwa 120 Quadratmeter, aber über der Kneipe.Ich konnte sie laut dem alten Vertrag nicht vermieten", sagt Hänsch.

Warten auf November-Gelder

Sofort- und Überbrückungshilfe hat er bekommen. "Das war nicht der Brüller. Das Geld ist ruck zuck aufgebraucht." Auf die November-Hilfen wartet er noch.

Auch für den Oberbürgermeister ist klar, dass alle gastronomischen Betriebe in städtischen Gebäuden große Herausforderungen vor sich haben, die von der Stadt flexible Antworten abverlangen, damit der Betrieb die Corona-Pandemie überlebt, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

wns/red