Geht es um den Förderverein Europäische Städtepartnerschaften Bad Brückenau, dann gibt es vieles zu erzählen. Neben einer bewegten Geschichte mit vielen neuen und alten Freundschaften, den Reisen nach England und Frankreich, ist der sportliche Aspekt ein besonders wichtiger.

Gerhard Schumm ist einer der großen Treiber von diesem Teil der Geschichte. Der passionierte Sportler erhielt auf der letzten Vereinssitzung im September deshalb die Ehrenmitgliedschaft für sein Engagement.

Besuch zu Fuß

Der Sport war auch sein Einstieg in die partnerschaftlichen Beziehungen: Er hörte davon, dass eine Läufergruppe aus Ancenis im Jahr 1987 einen Staffellauf nach Bad Brückenau plante. Als Läufer des TV Bad Brückenau beschloss er, im Gegenzug einen Staffellauf nach Ancenis zu starten. 1990 war es dann soweit.

In der französischen Partnerstadt hielt er, nach insgesamt 1200 Kilometer Strecke, erstmals auch die offizielle Ansprache. Unterstützt wurde er von Natalie Liebelt, die den französischen Teil der Ansprache übernahm.

Zwei Läufe nach Ancenis

"Die guten Beziehungen zwischen den Partnerstädten werden vor allem durch die vielfältigen Vereinsaktivitäten getragen", ergänzt Helga Weißenberger, heutige Beisitzerin und ebenfalls langjährig Aktive. Der Sport sei ein großer Teil davon.

Vier Jahre später, im Jahr 1994, fand erneut ein Staffellauf nach Ancenis statt. In knapp 80 Stunden erreichten die Läufer das Ziel. "Wir fuhren mit drei Wohnmobilen mit jeweils vier Läufern die Strecke, jeder Läufer absolvierte zehn Kilometer", erzählt Schumm. Ohne Handy sei das nur mit einer genauen Vorplanung möglich gewesen.

Echte Freundschaft

Seit dieser Zeit bestehen bis heute fortlaufende Kontakte zu Pierre Raitiere, dem Vorsitzenden des französischen Sportvereins. Im Jahr 2000 trafen sich die beiden Sportgruppen zu einem Höhepunkt in der deutschen Hauptstadt: Der Berlin-Marathon. Ein Jahr später fuhr die deutsche Laufgruppe zum Paris-Marathon in die französische Hauptstadt.

"Gerhard Schumms Engagement im Verein ist aber nicht nur sportlicher Natur", betont Helga Weißenberger. Seit 2015 war er zweiter Vorsitzender und übernimmt bis heute viele organisatorische Aufgaben. Dazu zählen die vielfältigen Vorbereitungen der Besuche in Deutschland.

Kein Ende durch Brexit

"Erst vor drei Jahren kam mein Freund Pierre mit dem Fahrrad zu Besuch in die Rhön", berichtet der 75-Jährige. Neben dem Bad Brückenauer Stadtfest, einer Bäderlandkreis-Fahrradrundfahrt stand auch ein Abstecher in die Finanzmetropole Frankfurt auf dem Plan. "Der Sport verbindet uns sehr", fügt er hinzu. Aber die Freundschaft dahinter bestünde auch über den Sport hinaus.

Die Pandemie legte vor allem die Besuche in die französischen und englischen Partnerstädte lahm. "Das ist ganz besonders schade, vor allem, weil kein Schüleraustausch stattfinden konnte", sagt Weißenberger. Umso mehr freue sie sich auf den Besuch im kommenden Jahr. Das Datum stehe auch schon fest (siehe Infokasten).

Planungen laufen

"Der Brexit oder die Pandemie hat unseren Beziehungen keinen Abbruch getan", fügt Schumm hinzu. Die Planungen laufen bereits und ein sportlicher Teil ist sicherlich auch wieder zu erwarten. Ausdauer ist schließlich eine wichtige Voraussetzung von Sportlern.

INFOKASTEN

Förderkreis Europäische Städtepartnerschaften Bad Brückenau e.V.

Hintergrund Seit 1981 besteht die Freundschaft zwischen den Städten Bad Brückenau und Ancenis. Der damalige Stadtrat und Lehrer am Gymnasium Hans Dietrich Unger hatte die ersten Kontakte geknüpft. Im Jahr 1995 schlossen schließlich Bad Brückenau und das englische Kirkham eine Städtepartnerschaft. Kirkham und Ancenis waren seit 1973 bereits befreundet. Die Idee von der europäischen Triangel wurde geboren. 2012 gründete sich schließlich der Verein.

Termin Vom 8. bis zum 11. Juli kommen die Freunde aus Kirkham und Ancenis nach Bad Brückenau.