Die Musiker der Vereine, beide unter der Leitung von André Degand, hatten sich vorher zum gemeinsamen Üben und auch einem Probewochenende in Schweinfurt getroffen, um gemeinsam ein Programm auszuarbeiten, das Klänge aus allen Teilen dieser Erde darbot.

Bevor das große Symphonische Gemeinschaftsblasorchester auf die Bühne kam, traten zwei andere Formationen der Vereine auf. Sie zeigten, welche erfolgreichen Früchte die Nachwuchsarbeit trägt. Neben einem Blechbläserensemble, das unter anderem mit Abba nach Schweden die erste Reiseetappe nahm, war ein Jugendblasorchester zu hören. Hier hatten sich das Jugendblasorchester Zeitlofs und dem Juniorexpress Katzenbach zusammengeschlossen.

Heimat kommt nicht zu kurz

Nach der Pause eröffnete das große Orchester seinen Teil des Konzertes mit dem Marsch "Jubelklänge". Bei all den Reisen sollte trotz allem auch die Heimat nicht zu kurz kommen, und so waren im Laufe des Abends auch weitere Märsche - traditionsreiche wie "Des großen Kurfürsten Reitermarsch" aber auch jüngere wie "Salemonia" von Kurt Gäble - zu hören.

Ein Höhepunkt des Abends war mit Sicherheit der Abstecher nach Italien. Der 21-jährige Andreas Ziegler brillierte an der Trompete mit Jean-Baptiste Arbans "Karneval von Venedig". Dieses virtuose Solostück besticht vor allem durch seine anspruchsvollen Variationen derjenigen Melodie, die auch als das Kinderlied "Mein Hut der hat drei Ecken" bekannt ist. Der Applaus der Zuschauer bestätigte die herausragende Leistung des Solisten.
Ein Tauchgang in das karibische "Blue Hole", einem Höhlensystem unter Wasser, überstanden alle glücklicherweise unbeschadet: Das Stück "Blue Hole" von Thomas Asanger setzt musikalisch eine Reise in eben dieses Höhlensystem um. Übt dies auf der einen Seite einen unwiderstehlichen Reiz auf alle Tauchfans aus, so machte die eindrucksvolle Harmonik und die intensiven Klangmomente dieses Stück für die Musikerinnen und Musiker interessant.

Auch Jules Verbe vertont

Nach einem Zwischenstopp in Schottland erklang eine symphonische Nacherzählung einer der berühmtesten Weltreisen überhaupt: Otto M. Schwarz "Around the World in 80 Days" liegt die Reise des exzentrischen Engländers Phileas Fogg aus dem Roman von Jules Verne zugrunde. Ein kraftvolles Thema zu Beginn und am Ende des Stückes gaben den Rahmen für betörende orientalische Tänze, Ritte durch den Wilden Westen und einen Abstecher in die Weltstadt New York.

Das Publikum in den vollen Hallen forderte zwei Zugaben, wodurch sich die Orchester unter der Leitung von André Degand in ihrem Projekt bestätigt sehen können, ein Mottokonzert mit einer großen symphonischen Besetzung, die den Horizont für die dadurch spielbare Literatur allein schon aus Besetzungsgründen deutlich erweitert, zu veranstalten.