Dieses Praxistreffen vermittelte den Räten eine bildliche Vorstellung der aktuellen Situation in den Gemeindewäldern. Unter Anleitung des 1. Bürgermeisters Dieter Muth und mit umfassenden Erläuterungen durch Jochen Manke der Forstverwaltung Rupboden wurde zunächst ein im Jahr 2019 neu bepflanztes Waldgebiet in Augenschein genommen.

In diesem finden sich verschiedenste heimische Baumarten, wie Feldahorn, Vogelkirsche, Wildbirne, Wildapfel, Bergahorn, Spitzahorn, Linde und Bergulme. Ein Teil der Pflanzen wurde durch Maria Römmelt anlässlich ihres damaligen 30. Geburtstages gespendet. Die Pflanzung und Einzäunung wurde durch die Bauhofmitarbeiter unter der Regie des Forstwirtes Martin Enders vorgenommen. Bei der Pflege der gemeindlichen Wälder, aber auch der Auswahl geeigneter Baumsorten steht der Gemeinde bereits seit über zwölf Jahren die Forstverwaltung Rupboden zur Seite. Besonders im Hinblick auf die immer weiter sinkenden Niederschläge, müsse berücksichtigt werden, dass Neuanpflanzungen klimatolerant seien, das heißt, auch Trockenheit über eine gewisse Zeit hinweg aushalten können. Hier im Gemeindegebiet gebe es so genannte Zwei-Schicht-Böden, die für langsames Versickern des Regenwassers sorgen würden, wovon die Pflanzen profitieren können.

Trockenheit hat Spuren hinterlassen

Die vergangenen, außergewöhnlich trockenen Monate haben jedoch dennoch ihre Spuren nicht nur in den Wäldern rund um die Pilsterköpfe hinterlassen, sondern auch in den übrigen Wäldern. Einige Bäume leiden unter sogenanntem "Sonnenbrand", welcher ein Ablösen der Rinde zur Folge hat und eine Eintrittspforte für Pilzbefall bietet. Es muss im Gebiet der Großgemeinde vom Absterben vor allem einiger Buchen ausgegangen werden. Die Forstverwaltung wird dies im Auge behalten und wenn nötig rechtzeitig mit einer Abholzung der betroffenen Bäume reagieren. Positiv zeigt sich in den Gemeindewäldern allerdings eine reichliche natürliche Aussaat an Eschen, deren Bestand in der Vergangenheit eher stark zurückgegangen ist.

Für knapp 100.000 Euro Holz verkauft

Manke klärte auf, dass in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres die Nachfrage nach Bauholz immens groß war, was sich ab der Jahreshälfte jedoch ins Gegenteil verkehrt hat. Aktuell ist nun aufgrund der Schwankungen und Unsicherheiten des Energiemarktes die Nachfrage nach Energieholz stark angestiegen. Auch die Ansprüche an dieses haben sich durch die Allgemeinsituation verändert. War es für die Gemeinde zuvor problematisch, käferbefallenes oder auch faules Holz überhaupt zu verkaufen, so wird auch dieses sogar mit einer knapp 100-prozentigen Preissteigerung zwischenzeitlich gerne angenommen. Bereits knapp 100.000 Euro konnte die Gemeinde Oberleichtersbach im laufenden Jahr durch den Holzverkauf umsetzen, dies entspricht etwa 1600 Festmetern. Weitere Einschläge sind bis zum Jahresende noch vorgesehen. Durchschnittlich werden pro Jahr 1800 Festmeter eingeschlagen, doch war in den vergangenen Jahren der Holzpreis buchstäblich im Keller, weshalb Einschläge eher zögerlich vorgenommen wurden und nun nachgeholt werden. Die Gemeinde kann damit die zwischenzeitliche Preissteigerung positiv für sich nutzen.

Betriebsplan einstimmig genehmigt

Auch Waldpflege, die zu einer Naturverjüngung und Regulierung des Mischwuchses dient, ist im Jahr 2022 für verschiedene Gebiete noch vorgesehen, sowie auch eine Kulturbegrünung am Unteren Steinknorz, Unteren Lauberts und Apfelbach. Der durch Bürgermeister Muth vorgestellte Betriebsplan wurde nach Erläuterung im Rat einstimmig genehmigt. Immer wenn Möglichkeiten gegeben sind, wird die Gemeinde für derartige Maßnahmen Fördergelder beanspruchen. Im Hinblick auf die Bedeutung der Biodiversität werden von staatlicher Seite vielzählig Fördermöglichkeiten angeboten. Zur Erhaltung und Anreicherung der verschiedenen Insektenarten können in geförderten Gebieten Habitatbäume ausgewiesen und erhalten werden. Manke ist sich sicher, dass auf den gemeindlichen Flächen noch weit über die nächsten 100 Jahre hinweg Bäume stehen, wenn diese wie bisher gepflegt werden. "Unser Herz schlägt für den Jungbestand und den Wald selbst. Wir machen unseren Job gerne und immer im Sinne des Waldes."