Die fehlende Bank am Weg ins Staatsbad. Oder die Bitte an die Stadtverwaltung, sich für seniorengerechtere Abfahrtszeiten des öffentlichen Busses einzusetzen. Die Planung eines Festes oder Ausflugs. Das waren die kleinen Themen des Alltags, die im Seniorenbeirat auf den Tisch kamen. Das Gremium lebte von starken Persönlichkeiten, die sich - als Vertreter der älteren Bevölkerung auf der einen und des Stadtrats auf der anderen Seite - austauschten. Doch beide Schlüsselpositionen sind unbesetzt beziehungsweise werden es demnächst sein. Deshalb die Frage: Wer kümmert sich künftig um die Belange der Älteren in Bad Brückenau?

Es war vor zwei Jahren, als Sieglinde Leiding ihr Amt als Vertreterin der Bad Brückenauer Senioren abgab. Zwölf Jahre hatte die im Kurstift lebende, 84-Jährige sich engagiert; davor war sie zwei Jahre Vize. Inge Stumpf, die das Amt übernahm, gab es nach kurzer Zeit wieder auf. Seitdem, so Leiding auf Nachfrage, wüsste sie nicht, dass jemand die Seniorenvertretung übernommen habe.

Kürzlich kündigte auch Emanuel Fritschka (PWG) an, nicht mehr Seniorenbeauftragter des Stadtrats sein zu wollen (wir berichteten). Aber wer soll ihm nachfolgen? Vielleicht der Vorgänger als Nachfolger? Franz Walter kehrt im Mai für Erwin Miller in den Stadtrat zurück, füllte vor Fritschka lange das Amt des Seniorenbeauftragten aus.

"Das ist eigentlich keine Überlegung bei mir", sagt Walter auf Nachfrage. An ihn sei niemand herangetreten. Das Amt liege ja derzeit bei der PWG-Fraktion. "Die wollen es behalten." Zudem glaubt der Rückkehrer nicht, dass er in den rund elf Monaten, die er bis zur Kommunalwahl 2020 einspringe, als Seniorenbeauftragter viel bewegen könne.

Bleibt Eberhard Schelle. Emanuel Fritschka hatte seinen Namen als Nachfolger ins Spiel gebracht. Ihm sei der Posten angetragen worden, bestätigt Schelle auf Nachfrage. Nach einem durch die Recherchen der Heimatzeitung angestoßenen Gespräch zwischen ihm und Fritschka sagte er nun: "Ich wäre bereit, es zu machen." Neben der Vereidigung von Franz Walter als Stadtrat am 7. Mai soll auch die Position des Seniorenbeauftragten neu besetzt werden. Würde Schelle gewählt werden, bliebe der Posten auch in der PWG-Fraktion.