Trotzdem machten sich sechs Personen auf den Weg, das schon gehörte, aber dennoch gänzlich unbekannte Waldbaden zu erkunden. Ein Angebot der Stadt Bad Brückenau, in deren Auftrag Susanne Reuß (coaching-with-nature) die Führung übernahm, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. In Japan beheimatet und mit einer langen Tradition verbunden, dient das Waldbaden in asiatischen Ländern zur vorbeugenden Gesundheitsvorsorge.

Gezielte Übungen und Informationen

Nach der kurzen theoretischen Einführung begann die Führung an einer Schranke, an dem der alles bestimmende Alltag zurückblieb und der Übergang in die Erholung begann. Ungewohnt langsames Gehen bestimmte den Weg, unterbrochen durch gezielte Übungen wie: Geräusche in vorher festgelegter Anzahl wahrnehmen, spezielle Atemübungen "Gruß an den Baum", eine Atemmeditation,eine geführte Meditation und "Loslassen" üben, anhand gefundener Artefakte aus dem Wald, die man eigentlich gern sammeln wollte.

Ferner gab es auf dem circa drei Kilometer langen Weg Infos zum Zustand des Waldes durch intensive Nutzung und zum Kommunikationssystem der Bäume, das oberirdisch mittels Terpene (flüchtige organische Substanzen) und unterirdisch über ein Pilzgeflecht (Versorgung mit Nährstoffen) funktioniert. Über Pflanzen und ihre gesundheitsfördernden Wirkstoffe wurde ebenso informiert.

Nach dem Waldbaden bewusst in den Alltag

Die Landfrauen aus dem Bergwinkel kennen ihren Wald in unmittelbarer Nähe, doch die andere Art ihn zu betrachten, abwechslungsreicher, informativ und entspannend, machte das zweistündige Waldbaden zu einem Erlebnis, heißt es weiter in der Mitteilung. Wieder an der Schranke angekommen, war das "Baden" beendet und hieß für die Teilnehmer, wieder bewusst in den Alltag einzutreten.