Eine echte Rhöner Erfolgsgeschichte hat ihre Heimat in Schildeck gefunden: Auf einem 11 000 Quadratmeter großen Gelände ist dort "Im Baumgarten" die neue Produktions- und Fertigungsstätte der Firma Volklandt und der Eigenmarke Rhön Camp entstanden. Die Halle umfasst 4500 Quadratmeter. Im Rahmen eines Herbstfestes konnte man sich nun vor Ort einen Eindruck von der Werkstätte verschaffen. Zudem wurden bei einem kleinen Empfang Neubau und Einzug gefeiert.

Am 5. März 2020 war der Spatenstich erfolgt. Seit Anfang dieses Jahres werden die in Schildeck entstandenen Örtlichkeiten von der Firma genutzt, wie der geschäftsführende Gesellschafter Mario Volklandt berichtete. Er führte die Gäste durch die neue Werkstätte. Diese teilt sich im Grunde in einen Bürotrakt und zwei Fertigungsbereiche: im einen werden die Schreinerarbeiten erledigt, im anderen ist eine Art Produktionsstraße für den Umbau der Fahrzeuge entstanden.

Eine Wasserkuppe gibt es jetzt auch in Schildeck

Dort durchlaufen diese insgesamt zehn Stationen, um am Ende etwa als Reisemobil das Werk wieder zu verlassen. Der besondere Clou: Die einzelnen Stationen sind nach Erhöhungen in der Rhön benannt. "Die Station, wo die Fahrzeuge am höchsten gehoben werden, heißt Wasserkuppe", erklärte Volklandt den Anwesenden. An der "Wasserkuppe" werden Heizung und Frischwassertank in die Fahrzeuge montiert.

Volklandt berichtete an dieser Stelle auch von dem Risiko, das er als Unternehmer trägt. Man habe zum Beispiel eine Bank für die Fahrzeuge entwickelt, erklärte er. Diese könne aber nicht einfach ohne Weiteres im Wageninneren montiert werden. Unter anderem seien umfangreiche Tests notwendig. Es müsse beispielsweise sichergestellt sein, dass die Ladung auch bei einem Aufprall gesichert ist. Passiere trotz aller Vorkehrungen etwas, stehe er am Ende in der Verantwortung.

Knappe und teure Rohstoffe wie etwa Holz

Der Firmenchef ging auch auf die aktuelle Situation ein. Holz ist zu einem knappen Rohstoff geworden. Man sei quasi gezwungen zu hamstern, berichtete Volklandt. Gleichzeitig klettern die Preise immer weiter nach oben. "Es ist eine schiere Katastrophe", erklärte der Firmenchef. "Das ist im Grunde nicht mehr zu kalkulieren." Auch könne er den Preisanstieg nicht einfach an die Kunden weitergeben, zum Beispiel aufgrund bereits bestehender Verträge. Davon ließ man sich jedoch bei der Feier nicht betrüben.

"Es ist eine Erfolgsstory, auf die ihr stolz sein könnt", sagte Landrat Thomas Bold an Mario Volklandt und dessen Frau Jana gewandt. Mit Rhön Camp seien sie nicht nur in einer Branche tätig, die einen Boom erlebt, sondern auch Botschafter der Rhön, etwa wenn man die Fahrzeuge auf der Autobahn sehe, befand der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner. Es sei auf der ehemals grünen Wiese eine Produktionshalle entstanden, die sich "von und zu" schreibe, lobte Bürgermeister Bernold Martin.

Wirtschaftskrise 2008 führte zur Gründung

Mario Volklandt selbst bezeichnete den Neubau und den Einzug als einen Meilenstein für sich und sein Unternehmen. Angefangen hatte für den heutigen Firmenchef alles, als die Wirtschaftskrise 2008 seinen damaligen Arbeitgeber erfasste und man sich für den Schritt in die Selbstständigkeit im Nebengewerbe entschied. Für seinen Arbeitgeber ging es damals weiter, aber auch das Nebengewerbe blieb. Und florierte. Bald war die ursprüngliche Garage zu klein.

Es gab auch schwierige Phasen, wie Volklandt berichtete. 2018 seien der Firma zwei Hauptpartner weggebrochen. "Das war ein katastrophales Jahr." Unter anderem der Einstieg in den Ausbau und Vertrieb von Kastenwagen brachte neuen Erfolg. 250 Fahrzeuge durchlaufen in diesem Jahr die Werkstätte. Ziel sei es, diesen Wert auf 500 auszubauen. "Da muss natürlich der Markt mitspielen, und das macht er momentan", erklärte Volklandt, der sich bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises und der Baufirma Schick bedankte sowie bei seinen inzwischen 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, seiner Frau und seinem Sohn.