Nachdem in den vergangenen zwei bis drei Jahren der Sportplatz des TSV Volkers fünf Mal regelrecht "umgepflügt" wurde, geht der Vereinsvorstand nun gegen die Übeltäter vor. Und die sind tierischer Natur: Wildschweine.

Gegen die nach Würmer wühlenden wilden Säue wird nun ein Wehrwall errichtet - ein so genannter Doppelstab-Mattenzaun aus verzinktem Stahl, wie Vorstandsmitglied Oliver Brust erläutert. Drei Mitarbeiter einer polnischen Spezialfirma begannen vergangenen Montag mit dem Aufbau, am Samstag soll das Bauwerk - besser Bollwerk - fertiggestellt sein. Der Zaun ist 1,40 Meter hoch und erstreckt sich in L-Form über eine Länge von 210 Metern. In Blickrichtung Volkersberg bleibt er offen, in der Hoffnung, dass sich die Schwarzkittel von weiteren Grabungsarbeiten abhalten lassen.

"Wir haben gesagt, wir müssen da etwas machen", sagt Vereinsvorsitzende Claudia Karg. "Es kostet jedes Mal viel Geld, das wir wegen der Schäden in den Platz hineinstecken müssen. Und wir haben nur diesen einen Platz."

"Riesenrotte, mindestens 30 Schweine"

Die Lage vor Ort ist ziemlich verzwickt. Regelmäßig suchen die Wildschweine laut Karg vor allem das obere, feuchte Drittel des Platzes heim, weil sie dort viel Nahrung finden. Sie spricht von einer "Riesenrotte, mindestens 30 Schweine", die Wald und Flur rund um Volkers unsicher machen.

Für Jagdpächter Alexander Kron war die Situation bisher auch nicht einfach. Immer wieder wurde von ihm gefordert, doch die Wildsäue zu dezimieren. Doch das Sportgelände ist – so nah an der Wohnbebauung – befriedetes Gebiet. Kron darf dort gar nicht schießen. Das wäre – auch wegen der Querschläger – viel zu gefährlich. „Ich hoffe jetzt, dass sich das Wildschwein-Problem für die Volkerser Fußballer erledigt hat“, sagt der Jagdpächter.

Warum dauerte es so lange bis der Zaun stand?

Dass es trotz der unbefriedigenden Situation etwas mit dem Aufstellen des Zaunes gedauert hat, lag laut Karg an zwei Dingen: Zum einen machten sich die Vereinsverantwortlichen nicht leicht, wollten eine sinnvolle und nachhaltige Entscheidung treffen. Zum anderen fehlte in Corona-Zeiten das Baumaterial.

Vor etwa acht Wochen leisteten sechs bis acht Mitglieder des TSV am Rande des Sportplatzes Vorarbeiten. Sie fällten Bäume, räumten Reisig weg, um Raum für den Zaum zu schaffen.

Geld von Stadt, Spende vom Jagdpächter

Hoffnung hegen die Vereinsverantwortlichen nun bei der Bezuschussung der Baumaßnahme. Nachdem eine frühere Wildschwein-Wühlaktion vom "Bayerischen Fußball-Verband" mit einem Scheck aus dem Fonds "Vereine in Not" kompensiert werden konnte, werden diesmal die Stadt in einer Größenordnung von gut zehn Prozent des Projektes und wohl auch Jagdpächter Alexander Kron mit einer großherzigen Spende den Volkerser Kickern finanziell unter die Arme greifen.

 

 

Ein Artikel von Hans-Peter Ehrensberger und Steffen Standke.