Endlich war es so weit: am 10. Juli öffnete der Kindergarten St. Peter und Paul in Oberleichtersbach seine Türen für alle Bürger und Bürgerinnen der Großgemeinde. Schon lange währte die Neugier über die neuen Räumlichkeiten des Kindergartens, doch Corona verhinderte bislang einen "Tag der offenen Tür".

Bereits im Jahr 2016 zeigte sich, dass der gegebene Platz zur Deckung des Bedarfs an Betreuungsplätzen nicht mehr ausreichend war, so dass die Planung zum Anbau und zugleich der Grundsanierung des Kindergartengebäudes startete. Nach mehrmonatiger intensiver Planung startete der Anbau der neuen Kinderkrippe und eines neuen Speisesaales im Jahr 2018. Im darauffolgenden Jahr konnten die neuen Räumlichkeiten durch die Jüngsten bereits bezogen werden und die Grundsanierung des Bestandsgebäudes beginnen.

Die dato insgesamt 75 Kinder mussten über die Dauer der Sanierung auf zwei Standorte ausgelagert werden - in das nebengelegene Feuerwehrhaus und in Räumlichkeiten der benachbarten Grundschule. Im Frühjahr 2021 galt die Sanierung als abgeschlossen und die Kinder konnten ihre neuen, großzügigen Räumlichkeiten beziehen.

Das Projekt stellte über viele Monate das größte der Gemeinde Oberleichtersbach dar und erweckte viel Interesse. Von außen betrachtet ist das Gebäude durch die Baumaßnahme um 30 Prozent seiner ursprünglichen Grundfläche angewachsen, was zum Teil auch für Spekulationen darüber sorgte, ob diese Dimension in einem solchen Dorf überhaupt erforderlich ist.

Motorische Förderung der Kleinsten

Endlich konnte der Kindergarten also einen Einblick geben, wie sich das Gebäude nun gestaltet, was neu hinzugekommen und von Altbewährtem übernommen wurde und vor allem auch, dass die Größe des Kindergartens nicht nur gerechtfertigt, sondern auch notwendig ist.

Neben der eindrucksvollen Aula konnten alle Räume besichtigt werden und Erzieherinnen stellten ihre Wirkungsbereiche vor. In der zweigruppigen Kinderkrippe für die Jüngsten von 1 bis 3 Jahren, steht die spielerisch motorische Förderung im Vordergrund. Zwei eigens eingerichtete Schlafräume bieten Rückzug und Ruhe.

In den vier Gruppen für Kinder von 3 bis 6 Jahren, wird ein umfassendes Angebot aus einem Rollenspielbereich, einem Atelier zum Malen, Basteln und Kneten, einer Bibliothek mit großem Spiel- und Bücherangebot und einem Bauzimmer mit vielen Bau- und Entfaltungsmöglichkeiten angeboten. Es gibt auch einen Werkraum, der zu viel Kreativität einlädt und einen Raum eigens für die gezielte Arbeit mit Kleingruppen oder Förderung der Vorschulkinder.

Der große Bewegungsraum als Herzstück des Kindergartens konnte über die Sanierung in seiner Größe erhalten bleiben und ist mit seinen kleinen Fahrzeugen, Springseilen, Klettermöglichkeiten, Schaumstoffmatten und großen Bausteinen bei den Kindern überaus beliebt.

Offenes Konzept

Das gesamte Gebäude ist lichtdurchflutet, pädagogisch durchdacht und gibt den Kindern viel Raum, ihre Interessen zu entdecken und sich diesen entsprechend zu entwickeln. Die Basis des Kindergartens ist das so genannte offene Konzept, nach welchem die Kinder alle Räumlichkeiten und Spielmöglichkeiten für sich nutzen dürfen und nicht an einen Gruppenraum gebunden sind.

Insgesamt 125 Kinder

Aktuell sind die insgesamt 24 Plätze, die die neue Kinderkrippe bietet, bereits bis in das nächste Kalenderjahr ausgebucht. Von den 100 möglichen Regelkindergartenplätzen sind derzeit über 80 durch Kindergartenkinder besetzt; die übrigen Plätze werden für die Schulkindbetreuung genutzt, welche durch die Einrichtung ebenfalls angeboten wird. Diese findet allerdings räumlich getrennt in der Grundschule statt. Insgesamt werden aktuell 125 Kinder betreut. Diese Anzahl zeigt sich in der Zukunftsprognose stabil.

Im großen Speisesaal mit angeschlossener Küche wird für alle Kinder täglich ein Frühstück angeboten. Obst und Gemüse sowie Joghurt, Müsli und Körnerbrote stehen auf dem Speiseplan. Spielerisch und vor allem geschmacklich lernen die Kinder Lebensmittel und deren Herkunft kennen und erfahren viel über die wechselnde "Pflanze der Woche".

Sensibilisieren für Umweltschutz

Da die Einrichtung für die Zukunft den Titel Biosphärenkindergarten anstrebt, hat sie sich vor allem dem Thema Umweltschutz verschrieben. Es sollen bereits die Jüngsten für das Thema "Umwelt" sensibilisiert werden und wichtige Aspekte, wie die Schonung von Ressourcen, die Vermeidung oder auch die richtige Entsorgung von Müll lernen und begreifen.

Es gab für die Besucher eine diesem Thema gewidmete Aufführung der Kinder. Inszeniert wurden kleine Außerirdische, die der von Müll beherrschten Erde zu Hilfe eilen. Die Lebewesen kümmerten sich um die Rettung von Flora und Fauna. Zuletzt zogen auch die Kinder der Hausaufgabenbetreuung mit selbstbeschrifteten Schildern und dem lautstarken Ausruf "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" in die Turnhalle ein und verdeutlichten den zielgerichtete Appell an eine umweltbewusste Lebensweise.

Begeistert zeigten sich die zahlreichen Gäste über die vielfältige und liebevolle Gestaltung des Kindergartens selbst und auch über die vielen Gedanken, mit denen das Personal es schafft, die Kinder immer wieder auch für fremde Themen zu begeistern, und bereits in frühen Jahren ihr Sozialverhalten positiv zu prägen.