In der Mitgliederversammlung des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau, die per Videokonferenz abgehalten wurde, ging es unter anderem auch um die personelle Erneuerung des Vereinsvorstandes. Der Ex-Politiker Oliver Jörg, der als Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung vor allem in der Landeshauptstadt München tätig ist, stand für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Das Bayerische Kammerorchester (BKO) konnte für ihn jedoch einen mehr als adäquaten Ersatz finden: Sandro Kirchner, der Landtagsabgeordnete für den Stimmkreis Bad Kissingen, stellte sich der Wahl der Vereinsmitglieder und wurde für die nächsten zwei Jahre einstimmig gewählt.

Als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung im Bayerischen Landtag bringt er die besten Voraussetzungen mit, um das Kammerorchester noch besser als bisher zu vernetzen und es in den voraussichtlich schwierigen Zeiten nach der Corona-Krise finanziell im stabilen Fahrwasser zu halten. In Wulf Teiwes (Head of Finance & Controlling bei der Hemmersbach GmbH & Co. KG in Nürnberg) und Axel Linstädt (ehem. Programmbereichsleiter BR-Klassik und langjähriger Leiter des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD) hat Sandro Kirchner zwei sehr erfahrene Mitstreiter an seiner Seite. Sie gehören dem Vereinsvorstand des BKO bereits seit 2013 an und wurden in der Mitgliederversammlung ebenfalls einstimmig wiedergewählt.

Darüber hinaus galt es noch eine weitere wichtige Personalie zu regeln, denn der Vertrag von Chefdirigent Sebastian Tewinkel hat seine Laufzeit nur bis Ende 2021. Seine Zusammenarbeit mit dem BKO hat bisher stark unter der Corona-Pandemie gelitten. Seit seinem Einstand im September 2019 konnte Tewinkel lediglich zwei weitere Orchesterprojekte leiten: das Dreikönigskonzert "Divertimento" im Januar 2020 mit der Fagottistin Rie Koyama und das Herbstkonzert im September 2020, bei dem der Solist ausgetauscht und das Programm komplett geändert werden musste. Statt des österreichischen Pianisten Markus Schirmer und der "Wiener Klassik in B" brillierte im Staatsbad die schottisch-deutsche Mezzosopranistin Catriona Morison im neu entwickelten Programm "Viva Italia!". Alle anderen Projekte, bei denen Tewinkel das Dirigat übernehmen sollte, darunter viele Gastspiele in ganz Deutschland, fielen den Lockdowns zum Opfer. Die Musiker und das Management waren sich darin einig, dass sie das unverschuldet Versäumte nachholen wollen, sobald es die Lage wieder zulässt. Der Vertrag des Chefdirigenten wurde deshalb um zwei Jahre verlängert - das neue "Arbeitspapier" hat Gültigkeit bis Ende 2023.