Frohgemut stellten Konfirmandinnen und Konfirmanden sich am Erntedanksonntag mit einem eindrücklichen Gottesdienst in Zeitlofs zum Thema Ängste vor, den sie selbst ausgearbeitet und gehalten haben, heißt es in der Mitteilung der Pfarrgemeinde.

Doch die steigenden Inzidenzzahlen und die Corona-Entscheidungen der letzten Woche ließen um das Fest bangen. Krisentreffen und Vorbereitungen wechselten sich ab, und am Ende sagten die jungen Menschen und ihre Eltern: "Wir wollen diesen Gottesdienst und verzichten auf die Feier im Anschluss."

Traditioneller Handschlag

So konnten noch kurz vor dem Corona-Lockdown außer der eigenen Familie jeweils nur Großeltern und Paten und eine Handvoll Gemeindeglieder sowie der Kirchenvorstand am Gottesdienst teilnehmen. Paten und Patinnen entzündeten nicht nur die Konfirmationskerze, sondern führten auch die seit biblischen Zeiten belegte Handauflegung bei der Einsegnung durch, während Pfarrerin Barbara Weichert mit erhobenen Händen die Segensworte sprach. Der in Zeitlofs traditionelle Handschlag zwischen Pfarrerin und Konfirmandinnen und Konfirmanden während der Nennung des Namens und Verlesung des Konfirmationsspruchs, den die jungen Leute sich aus einer Auswahl an biblischen Worten selbst ausgewählt hatten, konnte mittels bunter Schleifenbänder ebenfalls stattfinden.

Dialogpredigt mit Martin Luther

Zuvor hatte Pfarrerin Weichert sich in einer Dialogpredigt mit Martin Luther persönlich ausgetauscht über die Pest damals und Corona heute, über die Rolle und das Ansehen der Kirche, über den schwierigen Weg moderner Menschen zwischen Selbstbestimmung und Gottvertrauen und die Notwendigkeit, bei der Übersetzung des Evangeliums auch heute noch "dem Volk aufs Maul" zu schauen. Dass Gott in Jesus Mensch wurde, weil er hautnah bei den Menschen sein und sie live von seiner Liebe überzeugen wollte, sei die wichtigste und beste Story der Welt, die sonst keiner zu bieten habe, und Gott zu vertrauen, dass er es ernst meint mit uns, das sei die Challenge.

Der Bruder einer Konfirmandin lieh der Lutherpuppe vom Platz aus seine Stimme, während Lektorin Nothnagel die Puppe selbst führte. Musikalische Höhepunkte setzten Sonja Heil und Susanne Schrepper von der Orgelempore aus mit vier berührenden Liedbeiträgen. Die durchgehend mit Mund-Nase-Bedeckung versehene Festgemeinde sang nur wenige Strophen selbst. Das Abendmahl nahmen ausschließlich die Konfirmierten stellvertretend für die ganze Gemeinde ein - im großen Altarraum mit Abstand und schweren Herzens mit Einzelgläsern statt des Gemeinschaftskelchs.

Eine Konfirmation unter widrigen Umständen, die dennoch von allen Beteiligten als Highlight erlebt wurde.