Es dauerte etwa eine Stunde, bis das Thema auf den Tisch kam, weswegen wohl die meisten Bürger zur diesjährigen Bürgerversammlung für die Ortsteile Wernarz und Staatsbad gekommen waren. "Ich habe keine neuen Erkenntnisse", sagte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) in Bezug auf die mögliche Erschließung eines Baugebietes im Oberen Straßfeld. Nachdem der Stadtrat die Pläne im März öffentlich diskutiert hatte, schlossen sich die Anlieger in einem losen Bündnis zusammen.

Die Erschließung über den Dreistelzweg und den Sandweg dürfte das Projekt deutlich teuerer machen - so der aktuelle Sachstand. Ob der private Investor trotzdem an seinen Plänen festhält, ist ungewiss. Marion Bott berichtete, dass inzwischen ein Gespräch mit dem Investor stattgefunden habe, allerdings "ganz ohne Ergebnis".

Sicherer Schulweg für die Kinder

Es sind allerdings nicht alle Bürger damit einverstanden, dass das mögliche Baugebiet komplett über den Sandweg erschlossen wird. "Dann kommt ja der gesamte Verkehr bei uns vorbei", sagte Petra Hirschmann, die mehrere Anwesen Im Straßfeld besitzt. Sie schlägt vor, dass im Falle einer Erschließung das neue Baugebiet von zwei Seiten zugänglich sein sollte.

Im Zuge der Diskussion um die Erschließung neuen Baulandes waren Argumente laut geworden, warum die Stadt nicht mehr unternimmt, um die Innenstadt für junge Familien attraktiver zu machen. Die Bürgermeisterin nutzte die Chance und erläuterte ausführlich, was für Bemühungen die Stadtverwaltung schon gezeigt habe.

"Jedes Jahr haben wir 60.000 Euro im Haushalt eingestellt, falls jemand im Sanierungsgebiet [der Innenstadt; Anm. d. Red.] etwas macht", berichtete Meyerdierks. Sie wisse von zehn Leuten, die seit dem Jahr 2010 diese Fördermöglichkeit in Anspruch genommen hätten. Außerdem gebe es das Angebot, über die Stadt eine kostenlose Sanierungsberatung durch einen Architekten zu bekommen.

Dauerbrenner Sinntalbahn

Aus den Reihen der Bürger kamen ein paar Anregungen: "Auf der Straße wird viel zu schnell gefahren", beschwerte sich ein Familienvater. Das gefährde die Kinder auf dem Weg zum Schulbus. Seit der Eröffnung des Bellevue würden oft parkende Autos die Straße blockieren, ergänzte ein anderer Anwohner. In beiden Fällen gab Meyerdierks die Verantwortung weiter. Die Straße sei eine Staatsstraße und liege nicht in der Verantwortung der Stadt. Und was das Parken angeht, so müsse die Kurverwaltung eine Lösung finden.

Einig waren sich die Rathaus-Chefin und die Bürger in dem Punkt, dass für die alte Trasse der Sinntalbahn endlich eine Lösung her müsse. Dabei gehe es nicht nur um die Sanierung der Straße zwischen Wernarz und Rupboden (für die Verbreiterung der Straße sind Teile des Bahngeländes nötig). Auch für die schadhaften Stellen zwischen Wernarz und dem Staatsbad sei es dasselbe Dilemma, sagte Brigitte Meyerdierks. Sie zeigte sich aber zuversichtlich, dass es beim Thema Bahntrasse bald vorangeht.