Besonders im Januar schwimmt die Erde nachts in einem Sternenmeer ohnegleichen. Wir brauchen nur vor die Tür zu gehen oder auf den Balkon, um unsere Blicke reisen zu lassen, zum Beispiel der Milchstraße entlang: Sirius im Südosten ist der hellste aller für uns sichtbaren Sterne und mit der nächste in nur acht Lichtjahren Distanz. Ein nebliger Lichtschein im Nordwesten hingegen, die Andromeda-Galaxie, ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, teilt der Sternenpark Rhön mit.

Bis zu 3000 Sterne konnten unsere Steinzeit-Ahnen in klaren Nächten sehen. Uns Nachfahren leuchten höchstens noch 1000 Lichtpünktchen durch Luft- und Lichtverschmutzung hindurch. Dennoch kann die Vielfalt dessen, was das unendliche Weltall uns schauen und darüber hinaus ahnen lässt, atemberaubend sein, heißt es weiter.

Sternenhimmel im Januar 2021: Diese Sterne sind besonders gut zu sehen

Vom Zenit strahlt Capella im Sternbild Fuhrmann, der nördlichste Stern des sogenannten Wintersechsecks. Es umkleidet Orion als unübersehbaren König des winterlichen Nachthimmels und überdeckt den südlichen Teil der Milchstraße. Die Zwillinge gehören dazu, Kleiner und Großer Hund, und westlich davon der Stier mit Aldebaran, dessen rötliches Licht ihn als Greis unter Sternen ausweist, allerdings 44-mal so groß wie unsere Sonne.

In Aldebarans Nähe finden wir sogenannte Offene Sternhaufen, von denen die Plejaden am auffälligsten sind, die Hyaden aber sich um Aldebaran verteilen wie Edelsteine um eine Krone mit einem Rubin in der Mitte. Nördlich von Perseus und Kassiopeia, weiteren Perlen der Milchstraßengegend, finden wir die beiden Bärinnen, den Drachen, und ganz im Osten bereits Regulus, den Frühlingsstern des Löwen.

Hoch über unseren Köpfen zieht immer noch Mars durch den Abend, während Venus sich morgens kurz vor Sonnenaufgang im Osten zeigt. Merkur, selten zu sehen, wird vom 22. bis 26.Januar über dem abendlichen Westhorizont stehen. Der Mond nimmt zunächst ab mit Neumond am 13. Januar, zum Monatsende hin zu mit Vollmond am 28. Januar. Am 3. Januar frühmorgens dürfen von Osten her Sternschnuppen erwartet werden.

Im Übrigen kommt die Erde am 2. Januar der Sonne mit 147 Millionen Kilometer am nächsten. Dennoch bleibt es winterlich, denn Jahreszeiten entstehen durch die Schrägstellung der Erdachse.