Der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Beckmeyer sprach auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Birgit Kömpel (SPD) im ITZ über die Energiewende. Schnell kam das Gespräch auf die Südlink-Trasse, die von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt führen soll. Die Trasse will der Netzbetreiber Tennet nach seinen noch nicht endgültigen Plänen entlang der A 7 durch die Kreise Fulda und Bad Kissingen bauen.
In Unterfranken regt sich Widerstand gegen die Trasse - auch deshalb, weil sie durch Kernzonen des Biosphärenreservats führen soll. Dieses Argument akzeptiert der Staatssekretär: "Quer durch das Biosphärenreservat sollte man die Trasse nicht legen. Das hat auch Tennet erkannt. Tennet wäre gut beraten, nicht durch das Reservat zu legen", sagte Beckmeyer.

Grundsätzlich sei die Trasse aber notwendig. Das habe auch der Bundestag 2013 einstimmig so beschlossen. Erdkabel könnten in bestimmten Gebieten Konflikte entschärfen. "Manchmal helfen sie, sind aber nicht der Königsweg, der überall hilft", sagte der frühere Wirtschaftssenator des Bundeslands Bremen. Gabriel habe aber in seinem Ministerium darum gebeten, die Frage der Erdkabel noch einmal intensiv zu prüfen.

Bezahlbar bleiben

Beckmeyer sagte, die Energiewende müsse bezahlbar bleiben. Ihn als Sozialdemokraten ärgere es, dass die weniger vermögenden Bevölkerungsschichten zwar deutlich mehr für ihren Strom bezahlten, nicht aber zugleich von den Erträgen der Energiewende profitierten, weil sie es sich nicht leisten können, eine Fotovoltaikanlage auf das Dach zu stellen oder Anteile an Energiegenossenschaften zu erwerben. "Das ist eine soziale Ungerechtigkeit. Da muss sich die gesellschaftliche Debatte auch drum kümmern", sagte Beckmeyer. Er verteidigte auch die steigenden Anteile des Stroms aus Stein- und Braunkohlekraftwerken: "Der Ausstieg aus der Kernenergie ist eine gewaltige Leistung. Gleichzeitig aus dem Kohlestrom aussteigen, das geht nicht." Zu den knapp 40 Zuhörern gehörte Jochen Vogel (CSU), Bürgermeister der Gemeinde Motten und Vorsitzender des Vereins "Rhönlink". Er begrüßt Beckmeyers Stellungnahme zur Südlink-Trasse. "Das ist eine erfreuliche Aussage. Sie zeigt, dass das Biosphärenreservat einen gewissen Schutzstandard enthält, den wir verteidigen. Wir handeln also nicht nach dem St. Floriansprinzip", sagte Vogel.

Auch die Bundesnetzagentur und Tennet räumten ein, dass das Reservat eine gewisse Hürde darstelle.