Seit Sommer 2019 ist der Rhönexpress-Radweg offiziell eröffnet. Seitdem ist er gut befahren - von Einheimischen und Gästen gleichermaßen. Die fast 30 Kilometer lange Strecke wird auch gerne genutzt, um mit dem E-Bike die umliegenden Berge zu erkunden. Eine Ladestation kann demnach eine Möglichkeit sein, Touristen zusätzlich in die Orte zu ziehen. Das haben auch die Gemeindevertreter erkannt.

In der Haushaltsberatung von Bad Brückenau kam das Thema Ende April auf den Tisch. Die Stadträte sprachen sich mehrheitlich für eine Station in der Stadtmitte am Rathaus aus. Jonathan Kirchner (PWG), Referent für Innen- und Außenmarketing vertritt eine klare Haltung zum Thema: "Das ist absolut notwendig, der Trend ist nicht mehr zu stoppen."

Ladestationen für E-Bikes: Stadt unter Zugzwang

Auch jüngere Menschen führen mittlerweile E-Bikes und der Druck durch den Tourismus sei da. Einige Gastronomen seien bereits in Vorleistung gegangen und bieten eigene Lademöglichkeiten an, fügt er hinzu. "Für die Stadt ist es wichtig, ein Zeichen zu setzten und zu zeigen, dass hier an einem Strang gezogen werde", stellt er fest. Für eine Belebung der Innenstadt sei das unersetzbar.

Geschäftsführer Michael Worschech bestätigt, dass die Ladestation im Haushalt eingeplant ist. "Im Grunde können wir die Sache nun angehen", schreibt er auf Nachfrage. Für die Umsetzung der Ladestationen sei kürzlich ein Antrag bei einem Innenstadtförderprogramm gestellt worden, fügt er hinzu.

Gastwirt bietet neue Lademöglichkeiten

In Römershag - wie andernorts oftmals auch - bietet die nahe gelegene Gastwirtschaft eine Lademöglichkeit für Gäste mit Fahrrad an. "Für Restaurant- und Übernachtungsgäste bieten wir auf Nachfrage die Möglichkeit, die Akkus zu laden", sagt Steffen Herdt vom Gasthaus Breitenbach.

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Wie sieht es dazu in den anderen Gemeinden entlang des Radweges aus? Nahe der hessischen Grenze in Zeitlofs gibt es seit kurzem eine Ladestation am Gasthaus Fränkischer Hof, nur wenige Meter vom Radweg entfernt.

Bürgermeister Roland Römmelt: Keine Station in Riedenberg

Dort hat die Freiwillige Feuerwehr Zeitlofs das Thema vorangetrieben. Über das Regionalbudget der Rhönallianz erhielt das Projekt eine Förderung von 80 Prozent. Die Betriebskosten und die Betreuung der Schließfächer übernehme der Pächter des Hauses. Auch bei den Planungen zum Rupbodener Bahnhofsareal werde eine Ladestation berücksichtigt, hieß es nach der Bürgerversammlung.

In Riedenberg, der Gemeinde flussaufwärts von Bad Brückenau, sei derzeit keine E-Bike Ladestation vorgesehen, sagt Bürgermeister Roland Römmelt (CSU). Am Berghaus Rhön, rund fünf Kilometer von Riedenberg in den Schwarzen Bergen, gebe es Verpflegung und eine Ladestation für die elektrischen Räder. "Da wir hier im Ort momentan keine Gastronomie haben, sehe ich es auch nicht erforderlich", fügt der Bürgermeister hinzu.

Ladestation am Pumptrack

Nach Riedenberg fügt sich Oberbach, ein Gemeindeteil der Marktgemeinde Wildflecken, ins Sinntal ein. Am Haus der Schwarzen Berge gibt es seit vergangenem Jahr eine Tankstelle für E-Autos und E-Bikes. Das Haus ist nur einige Meter vom Radweg entfernt.

Im Wildflecken wird der Bedarf nach einer Ladestation nicht zwingend am Radweg gesehen, heißt es aus dem Rathaus. Dort gebe es hingegen die Überlegung, eine Ladestation am Pumptrack zu installieren.