Auch an diesem verregneten Mittwochmorgen steht das Telefon der Therme Sinnflut nicht still. Und es sind noch keine Schulferien, in denen die Familien massenhaft Abkühlung suchen. Mitarbeiterin Petra Morschhäuser hat alle Hände voll zu tun, die Gäste und die Anrufer zu koordinieren.

Ein Besucher der Therme Sinnflut äußerte sich vor wenigen Tagen in den sozialen Medien sehr kritisch zum Einlass im Schwimmbad. In der Beschwerde hieß es: "Die Möglichkeit des Online-Ticketkaufs gibt es in nahezu allen Frei- und Hallenbädern in der Umgebung, nicht so in der Sinnflut in Bad Brückenau."

Lange Schlangen vor Bad

Weiter ärgert er sich darüber, dass es keine Infos zur Auslastung des Bades gebe und darüber hinaus keine Telefonnummer, unter der man sich Informationen holen könnte, schreibt der Bad Brückenauer Sinnflut-Besucher.

Bei heißem Wetter machten sich an den Wochenenden viele Menschen von weit her auf den Weg, um in einer langen Schlange zu stehen und dann verkündet zu bekommen, "dass nur noch Personen eingelassen werden, wenn wieder welche das Schwimmbad verlassen". Wie frustrierend das für Kinder sei, könne man sich vorstellen, fügt er hinzu. Zum Schluss fragt er: "Ist es nun Ignoranz oder einfach nur Unvermögen der Verantwortlichen?"

Geschlossene Hallenbäder

Nach eigener Recherche ist die Telefonnummer der Therme auf der Internetseite und in verschiedenen Suchmaschinen sofort zu finden. Eine Mitarbeiterin gibt den aktuellen Stand der Besucherzahlen auf Nachfrage durch. Auch die Therme Kisssalis in Bad Kissingen geht ähnlich wie in Bad Brückenau vor. Lediglich die aktuellen Besucherzahlen sind dort auf der Internetseite abzulesen.

Bad Brückenaus Betriebsleiter Jürgen Ankenbrand erläutert die Situation seit der Öffnung im Mai. "Besucher können sich bei uns vorab per Telefon informieren, ob sich eine Anfahrt lohnt", sagt er. Er erklärt, dass sich vor allem bei schlechtem oder sehr heißem Wetter durchaus Schlangen bilden können. Denn die Hallenbäder in Hammelburg, Bad Neustadt und Bad Kissingen seien geschlossen.

Fehlerhaftes System

"In dieser Situation laufen unsere Telefone heiß, und wir haben Mühe, den Eintritt zu regeln und zu telefonieren." Daher bittet der Betriebsleiter um Verständnis. Insgesamt könnten 160 Menschen das Bad besuchen.

Die Frage nach dem Online-Buchungssystem beantwortet der Geschäftsführer der Stadtwerke, Michale Garhamer. "Für ein kleines Bad wie unseres ist ein Online-Buchungssystem uninteressant", sagt er. Die Kosten überwögen den Nutzen. Außerdem solle das Bad in Kürze saniert werden und müsse dann sowieso schließen.

Senioren, die regelmäßig da sind, seien darüber hinaus oft mit dem Online-System überfordert. "Durch den Kontakt mit anderen Bädern erschließt sich außerdem, dass das System viele Tücken hat", sagt Garhamer. Denn: Manche würden einen Termin buchen und dann nicht erscheinen. Was dann besonders für die anderen Gäste sehr ärgerlich ist.