Schmittnägel zum Beispiel gehört seit sechs Jahre der mit zehn Sitzen stärksten Fraktion im Stadtrat an - der der CSU. Dabei ist er gar kein CSU-Mitglied. Und genau das stellt das Problem dar. Dieter Seban, Vorsitzender des CSU-Ortsvereins und selbst Stadtrat, spricht von einer Grundsatzentscheidung, die im Vorstand getroffen wurde: Eine Wahlperiode lang dürfen parteilose Kandidaten unter dem Dach der CSU mitarbeiten - auch im Stadtrat. Dann müssen sie der Partei beitreten, um dabeibleiben zu dürfen.

Johannes Schmittnägel habe das auch nach einer gewissen Bedenkzeit nicht gewollt: "Der ‚freie Gedanke' war ihm wichtiger." Der selbstständige Unternehmer sei im Frieden gegangen: "Es gab keinen Ärger. Wir sind immer noch gute Freunde."

Ganz so reibungslos verlief der Wechsel wohl doch nicht. Diesen Eindruck vermittelt Schmittnägel selbst.